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wie eine vergammelte banane

es schrub christian s. in simons neue freundin — christian s. Mo 30 Mrz 2009 16:32

simon und ich waren am samstagabend in der stadt, um uns mal etwas intensiver nach einer anständigen frau für ihn umzuschauen. nachdem mein bester freund zum wiederholten male kein glückliches händchen bewiesen hatte, was die wahl seiner neuen freundin betrifft, und auch mein internetaufruf nicht gerade von erfolg gekrönt war, hatte ich ihm spontan meine hilfe zugesagt. ich wollte meinem freund an diesem abend mit rat und tat und all meiner erfahrung zur seite stehen, denn dafür sind freunde ja schließlich da.

als er mich um kurz vor sieben anrief und mir stolz mitteilte, dass er sich extra für den abend neue klamotten gekauft hatte, die ihn angeblich wie einen gigolo aussehen ließen, ahnte ich bereits schlimmes. und als er dann gegen neun vor meiner türe stand, vielen mir beinahe die augen aus dem kopf.
simon trug einen eng anliegenden anzug in gold und rosa, und sah einem gigolo in etwa so ähnlich wie gesine schwan der amtierenden miss universe. ich erkannte gleich, dass es die montur eines matadors war, in die er sich hineingepresst hatte, den dazugehörigen hut trug mein freund auf dem kopf. eigentlich fehlte nur noch das rote tuch zur komplettierung seines kostüms. und ein stier.
“und, was hältst du von meinem outfit?”, fragte mich simon, der mit ausgebreiteten armen vor mir stand. “sehe ich nicht aus wie ein zu allem bereiter gigolo?”
“nun ja.” ich blickte ihn mit nach oben gezogenen augenbrauen an, was er anscheinend als aufforderung verstand, sich einmal im kreis zu drehen.
“das sollte die chicas anziehen wie eine vergammelte banane die fruchtfliegen”, grinste simon.
“oder wie ein rotes tuch einen stier”, murmelte ich kaum hörbar, doch simon hatte gute ohren. er nickte eifrig.
“apropos rotes tuch”, sagte er und zog ein rotes tuch aus seiner tasche, mit dem er mehr oder weniger elegant vor meiner nase herumwedelte. “was wäre ein gigolo ohne sein rotes tuch?”
wäre ich in diesem moment ein stier gewesen, hätte ich simon mit freude auf die hörner genommen. so aber schüttelte ich nur meinen kopf und wies meinen freund darauf hin, dass er in dem kostüm aussieht wie ein stierkämpfer vom anderen ufer, aber nicht wie ein gigolo.
simon lachte. er hielt das anscheinend für einen scherz und war auch nicht davon zu überzeugen, sich noch schnell ein paar sachen von mir anzuziehen. also schnappte ich mir meine jacke, holte zwei flaschen bier aus dem kühlschrank, und wir zogen los.

keine zwei stunden später verließ mich simon auch schon wieder, fragte, ob es denn auch wirklich okay für mich wäre, und ich nickte. die zwei – was soll ich sagen – rattenscharfen chicas, die mein freund kurz vorher kennengelernt und mit seinem roten tuch ziemlich beeindruckt hatte, gingen mit ihm mit, während ich kurzerhand beschloss, in dieser nacht alle eigenen bemühungen einzustellen und stattdessen zu tief ins glas zu schauen.

19 Kommentare »

  1. Kommentar von Die DiVa — 30. März 2009 at 17:24

    Hiessen die zwei chicas zufällig Hanna-Hildegard und Frida, werter Herr Grob?

    Herzlichst und betucht

    Ihre DiVa

  2. Kommentar von me. — 30. März 2009 at 17:30

    mit gold und rosa liegt simon eben voll im trend. da ist nichts zu machen.

  3. Kommentar von christian s. — 30. März 2009 at 17:45

    ist das so? dann sollte ich mir vielleicht auch so ein kostüm besorgen.

    @die diva – keine ahnung. mit mir haben die sich ja nicht unterhalten.

  4. Kommentar von Meise — 30. März 2009 at 20:00

    Aber, aber, Herr Grob? Warum so traurig? Ihre Mission, Ihrem Freund zur Seite zu stehen, war doch mit Erfolg gekrönt. Da dürfen Sie sich doch nicht grämen, wenn er mit zwei Chicas loszieht!

  5. Kommentar von Nina — 30. März 2009 at 20:28

    Tja, selbst Schuld, wenn Sie ohne Ihren Penisköcher losziehen. Sie wissen doch, wie’s geht!

  6. Kommentar von weltdeswissens — 30. März 2009 at 21:44

    Toll! Also wenn man Fruchtfliegen mag!

  7. Kommentar von christian s. — 30. März 2009 at 23:31

    na, nennen sie mir mal einen, der keine mag.

    @nina – stimmt auch wieder. (an wen habe ich das ding nur verliehen?)

    @meise – ach, ich gönne es ihm ja auch. und wahrscheinlich kommt er morgen ohnehin wieder an und fragt mich, ob ich schon mal eine freundin mit klumpfüßen hatte.

  8. Kommentar von Maak — 31. März 2009 at 07:09

    vermutlich fragt er sie morgen was sie von she-males halten… o.O

  9. Kommentar von Mr. Frisch — 31. März 2009 at 07:22

    mhhhmmm! leckerlecker ladyboys!?

    aber lag es wirklich am anzug oder eher daran, dass sie ihr knäckebrot grundsätzlich ohne belag essen?
    darauf stehen die chicas nämlich nicht.

    mr. von frisch

  10. Kommentar von Ronnie — 31. März 2009 at 08:22

    Herr Grob, brauchen Sie eigentlich ihren penisköcher wieder? Das Teil ist hervorragend und super bequem!

  11. Kommentar von Erdge Schoss — 31. März 2009 at 08:46

    Wo, werter Herr Grob, hat Simon immer diese tollen Klamotten her?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  12. Kommentar von MC Hirsutismus — 31. März 2009 at 09:58

    Aber kein Sambuca, nä. (Regel #11 im Gigolo-Handbuch, aber wem sag’ ich das?!)

  13. Kommentar von christian s. — 31. März 2009 at 10:50

    sambuca. um gottes willen, nein. natürlich nicht.

    @herr schoss – er geht regelmäßig beim karnevalswierts shoppen – wahrscheinlich hat er die klamotten da her.

    @ronnie – ja, bitte. irgendwie läuft es ohne den köcher momentan nicht so.

    @mr. frisch – muss am anzug gelegen haben. knäckebrot hatte ich gar nicht dabei.

    @maak – uh. ich hoffe es nicht. für simon.

  14. Kommentar von Kaal — 31. März 2009 at 11:12

    Na zumindest mussten Sie so die zwei Flaschen Bier nicht teilen, Herr Grob.

  15. Kommentar von christian s. — 31. März 2009 at 11:27

    die zwei flaschen waren doch nur marschverpflegung und schon lange weg, als wir die mädels trafen.

  16. Kommentar von Meise — 31. März 2009 at 19:20

    Hm. Sie haben aber trotzdem irgendwie beleidigt geklungen.

  17. Pingback von tod eines zu mittag speisenden » mal vorbeischauen — 1. April 2009 at 00:09

    [...] kumpel”, begrüßte mich simon, der immer noch sein matador-kostüm trug und augenscheinlich ziemlich gute laune hatte. die beiden mädels, die anscheinend [...]

  18. Kommentar von shibumi — 5. April 2009 at 12:12

    in welcher lokalität wart ihr denn so, wenn ich mal fragen darf?

  19. Pingback von tod eines zu mittag speisenden » auf eigene gefahr — 29. April 2009 at 17:48

    [...] kann einfach nicht mehr”, jammerte simon, nachdem er mir erzählt hatte, dass die beiden frauen, mit denen er nun schon eine ganze weile sexuellen kontakt pflegte, ihn ganz schön fertig machten. [...]

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"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.