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phodopus sungorus (41)

es schrub christian s. in phodopus sungorus — christian s. Do 28 Sep 2006 19:17

“hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?”
“ich rocke.”
“ich dachte, du hörst nur schlagermusik.”
“hamster hören viele sachen.”
“oftmals auch solche, die sie gar nicht hören sollen.”
“sag mir das nächste mal einfach bescheid, wenn frau schnute über nacht bleibt.”
“und dann?”
“stecke ich mir brot in die ohren.”
“kot?”
“nein, ich sagte brot.”
“ach so, ja. mach das.”

von einem onkel geklaut

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 27 Sep 2006 20:50

“andere mütter haben auch schöne füße.”
“meine mutter hat schöne schuhe.”
“schuhe sind aller laster anfang.”
“mein onkel wurde von einem laster überfahren.”
“mein laster wurde von einem onkel geklaut.”
“das kann kein zufall sein.”
“nein, das kann es nicht.”

schon vor siebenundzwanzig schlucken

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 26 Sep 2006 20:37

gamli trank einen weiteren großen schluck milch und verschluckte sich. er hustete, und die hälfte des weißen kuhsaftes lief ihm seinen langen bart hinunter, was gamli aber herzlich egal war. er hatte schon vor siebenundzwanzig schlucken den punkt erreicht, an dem einem zwerg alles egal ist.
“die macht der milch…”, fing gamli an, und die zwerge um ihn herum hoben ihre krüge. “die macht der milch macht jeden zum knilch. prost.”
die zwerge donnerten als zeichen ihrer zustimmung ihre milchkrüge auf die hölzernen tische, während gamli einen weiteren schluck hinunter spülte. dann rülpste er laut und verdrehte die augen, bevor er langsam von seinem schemel rutschte und regungslos am boden liegen blieb. dass ein kleiner hoppelhase die gunst der stunde nutzte und versuchte, seinen kopf zu rammeln, bemerkte gamli nicht.

ich und futzi

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 25 Sep 2006 18:42

mir ist heute morgen volle möhre eine kuh gegen den kopf geflogen. seitdem werde ich das dumme gefühl nicht los, dass ich noch eine ganz entscheidene rolle in gottes masterplan spielen werde. ich und futzi müller, der leicht schwachsinnige nachbarsjunge mit den zwei verbogenen ohren. dem fliegen ständig irgendwelche tiere gegen den kopf.

und frau schnute lachte

es schrub christian s. in frau schnute — christian s. Do 21 Sep 2006 21:27

“hat ihnen schonmal jemand gesagt, dass sie aussehen wie bruce willis?”, fragte mich frau schnute. “nur mit mehr haaren.”
“eigentlich nicht”, sagte ich. “die meisten leute behaupten, ich sehe aus wie ein frosch.”
ich blickte betrübt zu boden.
“oh, wirklich?” frau schnute streichelte mir zärtlich über das haupthaar. “das ist aber gar nicht nett.”
“nein, das ist es nicht”, stimmte ich ihr zu und versuchte so zu schauen, wie bruce willis in solch einem moment schauen würde.
“wenn sie aber so schauen, wie jetzt”, meinte frau schnute, “sehen sie einem frosch tatsächlich nicht unähnlich.”
“oh”, sagte ich, und frau schnute lachte.
schließlich fragte ich: “mögen sie eigentlich frösche, frau schnute?”
“fast genauso gerne wie bruce willis”, sagte sie, und ich war beruhigt.

ein lausiger steinewerfer

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 20 Sep 2006 22:29

marianne und michael waren sehr verliebt ineinander. ein liebespaar, sozusagen. und sie waren vögel. zwei verliebte vögel. blaumeisen, um genau zu sein. aber das spielt im grunde keine rolle. denn es hätten auch zwei mistfinke sein können, die sich da so dolle lieb hatten. oder zwei maulwürfe. obwohl maulwürfe ja gar keine vögel sind und noch nicht einmal fliegen können. zumindest nicht sehr hoch. und auch nur, wenn man sie in die luft wirft. dafür aber können maulwürfe tiefe löcher buddeln, mit ihren kleinen schaufelfüßchen. und tunnel, kilometerlang. sogar durch beton. und stahl. glaube ich. auch wenn sie in der regel nahezu blind sind.
marianne und michael waren nicht blind, auch wenn sie es natürlich hätten sein können. denn blinde vögel gibt es schließlich viele. wie hartmut, den flinken mopser. nur mal so zum beispiel. der war blind wie ein fisch. so sagt man. obwohl fische ja eigentlich augen wie adler haben, die wiederum nur selten schlecht sehen. obwohl sie zweifelsohne vögel sind. wie dem auch sei…
marianne und michael, die zwei blaumeisen, waren also ein liebespaar. und glücklich. verdammt glücklich. glücklich wie siamesische zwergbären, die glücklichsten tiere von der ganzen welt. und sie wollten hochzeit machen. und noch viel mehr. jeden tag. auch an dem tag, an dem barney mit dem hinkebein aus langeweile* einen stein nach den beiden warf und – obwohl barney ein lausiger steinewerfer war – michael volle möhre an seinem kleinen köpfelein traf. der eben noch glücklich verliebte doch nun schwer verletzte vogel flatterte daraufhin noch einige meter durch die lüfte und stürzte dann ab. direkt in ein finstres loch im boden, das kurz zuvor von einem nahezu blinden maulwurf gegraben wurde. marianne stürzte sich ihrem gebliebten hinterher und entging nur ganz knapp der attacke des wütenden maulwurfs, der über den abgestürzten vogel in seinem loch nicht gerade erfreut war und mächtig schimpfte, während michael vor schmerzen und an der klaffenden wunde an seinem schädel starb.
marianne aber war traurig. so traurig, dass sie beschloss, nie wieder zu lieben. und zu fliegen. und so lief sie rastlos durch die gegend, wochenlang und länger, und wurde schließlich von einem papamobil überfahren.
“oh, mist”, sagte der kleine hamster, der hinter dem steuer saß. dann fuhr er auf schnellstem wege nach hause, denn er hatte ein schlechtes gewissen.

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*das liegt zwischen wolnzach und rohrbach.

mit einem stock in ihm

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 19 Sep 2006 20:04

der schlafende flachriemer ist ein seltsames tier. er lebt im süden von mokunana, sieht einem zertretenen frosch nicht unähnlich, ist aber verteufelt gefährlich. jedenfalls gefährlicher als ein zertretener frosch. nun ja, eigentlich ist der schlafende flachriemer völlig ungefährlich, liegt den lieben langen tag am boden und schläft. bis jemand zufällig vorbeischlendert, den schlafenden flachriemer entdeckt und mit einem stock in ihm rumstochert, weil er ihn für einen zertretenen frosch hält. dann wacht der schlafende flachriemer meist auf und stirbt noch im gleichen moment vor schreck, was natürlich sehr traurig ist.

phodopus sungorus (40)

es schrub christian s. in phodopus sungorus — christian s. Mo 18 Sep 2006 19:47

“hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?”
“ich frage mich…”
“oha. was fragst du dich denn?”
“ich frage mich, ob ich, wenn ich in meinem papamobil mit 20 sachen über die autobahn bretter, dann der papa bin.”
“du hast ein papamobil?”
“nein. eigentlich nicht.”
“hmm. ich denke, dann erübrigt sich die frage.”

baby bob hingegen glaubt

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 14 Sep 2006 20:17

herr makel sagte gestern zu mir, er wolle es nicht mehr machen. kann ich verstehen. das, was herr makel macht, würde ich auch nicht machen wollen. niemand würde das machen wollen, was herr makel macht. außer vielleicht fräulein bogart. aber die steckt sich ja auch nacktschnecken in die nase. damit sie besser sehen kann. totaler quatsch, sage ich. wenn sie besser sehen will, muss sie sich die nacktschnecken in die ohren stecken. aber frau bogart glaubt einem ja nicht. diese schnepfe. baby bob hingegen glaubt einem alles. aber baby bob ist ja auch ein baby. mit verteufelt großen füßen.

ein ziemlich krasser

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 13 Sep 2006 22:36

einer meiner mitbewohner ist shaolin-mönch. ein ziemlich krasser hund. der öffnet uns jeden morgen mit seinem blanken schädel die frühstückseier. das ist sehr beeindruckend. heute sollte ich ihm spaßeshalber meinen fernseher über den schädel ziehen. und auch das hat er weggesteckt, ohne mit der wimper zu zucken. dieser teufelskerl. leider ist mein fernseher jetzt total im eimer. aber egal. langweilig wird es mir hier bestimmt nicht. schließlich gibt es noch so viele sachen, die ich ihm auf den kopf hauen kann. außerdem ist mein anderer mitbewohner staatlich geprüfter clown. da hat man immer was zu lachen. haha. ha.

mach es gut, barbara

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 12 Sep 2006 21:09

barbara heißt sie, die kleine spinne von vorgestern. ist ‘ne ganz liebe. und auch gar nicht giftig. na ja. zumindest nicht tödlich. wenn sie mich beißen würde, meinte barbara, würde ich mich nur ein paar tage lang nicht bewegen können. allerhöchstens unkontrolliert zucken. da habe ich laut gelacht und gesagt, dass ich das lieber nicht austesten möchte.
“i boas de schoa net”, meinte barbara daraufhin in ihrem lustigen bayerisch. und dann lachte auch sie. aber ich weiß nicht, irgendwie klang es doch ziemlich hinterhältig, wie sie so lachte. gar nicht lieb. jedenfalls werde ich sie jetzt besser nicht mehr auf meiner hand krabbeln lassen. oder auf meiner nase. wer weiß, was barbara so mit mir anstellen würde, wenn ich mich nicht mehr bewegen kann.* hmm. und jetzt, wo ich so darüber nachdenke, vielleicht wäre es nicht die schlechteste idee, wenn ich barbara vorsichtshalber… äh, töte. und anschließend die toilette hinunter spüle. sicher ist sicher. und spinnen gibt es hier ja ohnehin haufenweise. fast wie ameisen. und… ah, wenn man vom teufel spricht.
“grias de, grob.”
“seawàs, barbara. ähm… du, barbara?”
“ja?”
“hinter dir, ein dreiköpfiger affe.”
“woas?”
“mach es gut, barbara.”
so, das hätten wir.

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*ich weiß ja schließlich, wie frauen so sind, wenn der mann hilflos vor ihnen liegt. und weibliche spinnen sind da sicher auch nicht anders.

am sonntag da

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. So 10 Sep 2006 22:25

“und du bist am sonntag da?”
“ja, klar.”
“weil ich ja noch keinen schlüssel habe.”
“doch, ich bin da. hendrik ja auch.”
“alles klar. dann bis sonntag.”
“jo, bis sonntag.”

so. nun haben wir sonntag, und keiner meiner werten mitbewohner ist da. nur ich bin da und hocke hier in meinem auto vor verschlossenen türen, fast fünf stunden fahrt hinter mir und schreibe diese zeilen. internet habe ich dank wireless lan. immerhin. mein “gute nacht”-bier, auf das ich mich schon die ganze fahrt über gefreut habe, leider nicht. das ist drinnen, wo ich jetzt auch sehr gerne wäre. vor dem fernseher oder in meinem bett. oder noch besser: auf dem klo. weil so langsam… egal. ich werde mich mal mit der kleinen spinne anfreunden, die schon die ganze zeit hartnäckig versucht, ein netz zwischen meinem kopf und dem rückspiegel zu spannen. und ich werde weiter warten. und gleich, wenn ich endlich reinkomme, werde ich zwei “gute nacht”-biere trinken. oder besser: drei. denn die habe ich mir jetzt wahrlich verdient.

da an deiner stirn

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 6 Sep 2006 20:28

“was ist das da an deiner stirn?”
“das ist ein horn.”
“bist du sicher? könnte auch ein pickel sein.”
“ich bin mir sicher. ich bin ein einhorn.”
“doch nicht etwa… das letzte?”
“ich befürchte es.”
“das ist aber traurig.”
“ich habe auch schon oft geweint.”
“man sagt, die tränen eines einhorns sind gut gegen durchfall.”
“sind sie das?”
“und gegen klumpfüße. meint jedenfalls der alte schmendrick.”
“der glaubt ja auch, ein zauberer zu sein.”
“stimmt auch wieder. lust auf ein bier?”
“was haben wir heute für einen tag?”
“mittwoch.”
“dann ja.”

die wurst aus dem glas

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 5 Sep 2006 22:22

als ich in das glas mit wurstwasser fiel, da erst merkte ich, ich war geschrumpft auf daumengröße, noch kleiner als die bockige wurst, die neben mir in ihrem wasser schwamm, doch kein wort sagte. so knabberte ich an ihrer pelle, nagte ein lustiges muster in ihren leib, bis mir von dem ganzen wurstgedünst schlecht und ich schließlich ohnmächtig wurde, im wurstsaft beinahe ertrank. beinahe sage ich, weil mich zwei klobige wurstfinger an meinem kleinen kopf packten und aus dem trüben wasser zogen. doch gerade als ich meinem retter danken wollte, sah ich den topf unter mir, gefüllt mit kochendem wasser. und ich schrie: “oh nein, nein. ich bin doch keine… wurst”, doch hörte man mein rufen nicht, warf mich in das blubbernde wasser, das sehr heiß war. ich platzte sofort auf und pellte mich…
“so endet das leben einer jeden wurst”, hörte ich noch eine stimme sagen. und ich glaube, es war die wurst aus dem glas. vielleicht aber war es auch gott, der zu mir sprach.

phodopus sungorus (39)

es schrub christian s. in phodopus sungorus — christian s. Mo 4 Sep 2006 19:29

“hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?”
“ich lerne bayerisch.”
“tatsächlich? sag mal was.”
“schbozl, bring ma doch biddä a mass mid und a boà wiena mit semft.”
“ui, nicht schlecht. und was heißt das?”
“ich habe keinen blassen schimmer.”

einen filzhut tragen

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Fr 1 Sep 2006 10:54

sehr geehrte leserschaft,

aufgrund neuer beruflicher herausforderungen werde ich an diesem wochenende meine heimat, das wunderschöne rheinland, verlassen und hinunter in das ferne bayernlande ziehen, wo die kühe riesige glocken um den hals und die menschen lustige filzhüte auf dem kopfe tragen. zumindest für eine gewisse zeit werde dann auch ich einen filzhut tragen, mir morgens semmel statt brötchen kaufen und abends weizenbier statt kölsch trinken. ob ich dann auch weiterhin die zeit finden werde, “tod eines zu mittag speisenden” weiter zu führen, kann ich leider noch nicht sagen. das werden die nächsten tage und wochen zeigen. aber vielleicht hilft es ja, wenn sie alle zusammen die daumen drücken…

so, und bevor ich mich jetzt verabschiede, möchte ich die jungen frauen unter ihnen noch vor einem etwa fünfzigjährigen, besoffenen perversling warnen, der nachts mit seiner karre durch die gegend fährt und junges, weibliches gemüse auffordert, in seinen wagen zu hüpfen. geben sie obacht, meine damen, und: “don’t hassel the hoff“.

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.