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aus einer alten reisetasche

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. So 29 Apr 2007 22:41

der kleine junge kletterte aus einer alten reisetasche und streckte sich. sein wecker hatte kurz zuvor geklingelt und ihn aus dem schlaf gerissen.
“guten morgen, stefan”, sagte sein vater. “hast du gut geschlafen?”
“sehr gut, papa”, sagte stefan fröhlich und stellte die reisetasche in einen schrank.
“sieht so aus, als müssten wir dir bald eine größere tasche besorgen”, sagte sein vater. “du bist ja ganz schön groß geworden.”
“das hat tante gorbatschow auch gesagt”, meinte stefan und schüttelte sich bei dem gedanken an seine tante, die ihn immer an einen seehund mit lepra erinnerte.
“ich werde mal toni den türken fragen, ob er nicht noch eine seiner alten sporttaschen hat. die sind auf jeden fall größer als deine jetzige tasche und sicher sehr bequem”, meinte der vater und reichte seinem sohn einen keks zum frühstück.
“oh. das wäre toll”, freute sich stefan, nahm den keks entgegen und steckte ihn sich in den mund. “lecker”, meinte er.
“so, jetzt muss ich aber zur arbeit”, sagte sein vater und gab stefan einen kuss auf die stirn. dann rückte er seine fliegerbrille zurecht und stieg in einen wäschekorb, so dass nur noch sein kopf aus dem korb guckte. “bis heute abend dann.”
“ja. bis heute abend, papa”, sagte stefan und winkte seinem vater hinterher, als dieser den wäschekorb durch das offene fenster steuerte.

der kleine dicke mit den pickeln

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 25 Apr 2007 23:05

“hast du schon gehört, was sie über jochen sagen?”
“jochen?! ist das nicht der kleine dicke mit den pickeln?”
“genau der.”
“ne, keine ahnung. was sagen sie denn über jochen?”
“sie sagen, dass er der antichrist ist.”
“der antichrist? heiliger bimbam. jochen?! nur weil er pickel hat?”
“er hat ziemlich viele pickel.”
“hm, das stimmt allerdings. aber ist jochen nicht messdiener?”
“viele antichristen sind messdiener.”
“es gibt mehrere antichristen? das wusste ich gar nicht.”
“doch, ist so. und jochen ist ihr anführer, sagen sie. quasi der super-antichrist.”
“oh mann. sieht man ihm gar nicht an.”
“bis auf die pickel halt.”
“stimmt.”

einfach unter den arm klemmen und spazieren tragen

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 24 Apr 2007 19:54

“ich züchte neuerdings hunde.”
“hast du nicht mal cannabis gezüchtet?”
“ähm, ja. durfte ich aber nicht mehr. jedenfalls züchte ich jetzt hunde.”
“auch nicht schlecht. und was sind das für hunde?”
“süße hunde. ohne beine.”
“ach was.”
“die brauchen kaum auslauf. eigentlich gar keinen. kann man sich einfach unter den arm klemmen und spazieren tragen.”
“coole sache.”
“jo.”
“aber ist denen nicht langweilig?”
“ne, glaube ich nicht. ich lasse sie ja mindestens drei mal am tag einen hügel runterkullern.”
“verdammt. du hast echt klasse ideen.”
“danke.”
“und cannabis züchtest du wirklich nicht mehr?”
“ne, tut mir leid. aber du kannst gerne einen hund haben.”

der schmied, der von bildern sehr viel ahnung hatte

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. So 22 Apr 2007 17:33

schön ist, wer schönes tut, dachte sich erwin mclusky und malte ein bild. ein wirklich schönes bild.
“das ist wirklich ein schönes bild”, meinte sogar bubi der schmied, der von bildern sehr viel ahnung hatte. “ist das ein affe?”, fragte er.
“das ist ein affe”, sagte erwin und lächelte. er freute sich, dass bubi sein bild schön fand.
“und was steckt er sich da in die nase?”
“einen toten storch”, erklärte erwin. “aber er steckt ihn sich nicht in die nase, sondern in den po.”
“ah, ja”, meinte bubi der schmied und kratzte sich gedankenverloren am kinn. “ein wirklich sehr schönes bild”, wiederholte er, und erwin mclusky nickte zufrieden.

ich schwinge meinen schniepel im wind

es schrub christian s. in feen tragen stiefel — christian s. Mi 18 Apr 2007 21:36

ich schwinge meinen schniepel im wind
ich schwinge meinen schniepel im wind
wenn alles gut läuft, werde ich heute nacht in deinen armen sein
doch ich schwinge meinen schniepel im wind

ich bin mal wieder in der soße versunken
ich bin mal wieder in der soße versunken
wenn ich die nacht überstehe, wird alles gut werden
doch ich bin mal wieder in der soße versunken

[...]

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wer diesen fabelhaften song kennt/erkennt, darf mir auch dieses mal wieder fünf überdurchschnittlich lustige begriffe nennen, die ich dann in einer grandiosen geschichte verarbeiten werde. (wer den song nicht kennt und googlet, um dann mit vorgetäuschtem musikwissen zu protzen, hat stinkefüße.)

ach, ihr delfine

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 17 Apr 2007 21:38

ich saß am fluss und beobachtete die delfine dabei, wie sie lustig durch die lüfte flogen, als würden sie nach reifen ausschau halten, durch die sie hätten springen können.
“ach, ihr delfine”, sagte ich leise und lächelte verträumt, “wie gerne wäre ich einer von euch.”
“och, das lässt sich machen”, meinte die zauberfee, die plötzlich neben mir stand und für eine zauberfee eine erstaunlich große warze auf ihrer krummen nase hatte. sie berührte mich mit ihrem verzierten zauberstäbchen leicht an der schulter, und ich verwandelte mich in einen delfin.
“oh, danke”, sagte ich zu ihr und sie antwortete:
“keine ursache.”
dann versuchte ich, in richtung fluss zu robben, wo die anderen delfine nun ihre köpfe aus dem wasser streckten und mich ebenso interessiert beobachteten, wie die zauberfee neben mir. doch da ich jetzt ein delfin war und keine robbe, klappte das mit dem robben nicht so richtig. ich bewegte mich keinen millimeter und zappelte nur unkontrolliert auf der stelle.
“jetzt… müsste ich… nur noch ins… wasser”, keuchte ich und blickte die zauberfee mit meinen großen delfinaugen flehend an.
doch die zauberfee lachte nur “gnihihi”, drehte sich um und verschwand schließlich in einem riesigen misthaufen, während die anderen delfine wieder begannen, lustig durch die lüfte zu fliegen.

phodopus sungorus (47)

es schrub christian s. in phodopus sungorus — christian s. Mo 16 Apr 2007 16:55

“hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?”
“ich… äh, nichts.”
“hm. hast du nicht gerade floppi den stoffhasen ge…”
“nein, habe ich nicht.”
“also ich hätte schwören können, dass du floppi…”
“das würde ich niemals tun.”
“so sicher bin ich mir da nicht.”
“ich bitte dich. ich würde doch keinen stoffhasen…”
“hm. dann habe ich mich wohl verguckt.”

tbelre ein hcon hci ebah sawte os

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 11 Apr 2007 21:21

suse saß auf ihrem bett und beobachtete gerade eine kiste, als sie von einem strohballen volle möhre am kopf getroffen wurde. das kleine mädchen purzelte vom bett und blieb regungslos am boden liegen, während der ballen stroh lachend aus dem offenen fenster hüpfte.
“tbelre ein hcon hci ebah sawte os”, sagte der zwergenhafte mann, der aus der kiste geklettert kam und nun anfing, überaus seltsam zu tanzen.

frau schnute ist wieder solo

es schrub christian s. in frau schnute — christian s. Di 10 Apr 2007 16:54

“frau schnute ist wieder solo”, sagte holger, der mir gegenüber saß, scheinbar beiläufig.
“das ist mir egal”, log ich und leerte das glas bier, das vor mir stand, in einem zug. dann gab ich der kellnerin zu verstehen, dass ich noch drei weitere haben wollte.
“hm. du bist ein lausiger lügner”, stellte holger fest und grinste mich an.
ich schwieg.
“du hast mir immer noch nicht erzählt, wieso frau schnute damals überhaupt den kontakt zu dir abgebrochen hat. es sah doch zwischenzeitlich ganz gut aus mit euch beiden.”
“sie…”, fing ich an, während die kellnerin drei neue gläser bier auf den tisch vor mir stellte, “sie hatte eines abends die knetfiguren entdeckt, die ich von uns beiden angefertigt hatte.”
“die bitte was?”, fragte holger ungläubig, und ich trank das erste der drei biere.
“die knetfiguren”, wiederholte ich und musste ein bäuerchen unterdrücken. “ich hatte von uns knetfiguren gemacht.”
“knetfiguren?!“
holger grinste nun nicht mehr.
“figuren aus knetmasse, ja. wie wir auf einer bank sitzen und händchen halten.”
“oh”, meinte er nur. 
“und wie wir über eine blumenwiese laufen. und… nun ja, und auch wie wir im bett liegen und… na-du-weißt-schon-was machen.”
holger wusste natürlich, was ich meinte, sagte aber:
“ich habe keine ahnung, was du meinst.”
“ist ja auch egal. jedenfalls hat sie die figuren gesehen, angefangen zu lachen, dann zu weinen und schließlich mit mir schluss gemacht.”
“hm. ich finde, da hat sie ein wenig… überreagiert.”
“ja. das finde ich auch. aber sie wollte danach nichts mehr mit mir zu tun haben, hat kein wort mehr mit mir geredet.”
ich trank auch das zweite glas bier auf ex.
“und dann hat sie sich direkt in die arme des einarmigen michel geworfen”, sagte holger und schüttelte den kopf.
“in seinen einen arm, ja”, verbesserte ich ihn, starrte das letzte glas bier an und spülte schließlich auch dieses hinunter.
“vielleicht werde ich mich nächste woche mal bei ihr melden.”
“ja”, sagte holger, “das würde ich an deiner stelle auf jeden fall machen.”

der waghalsige maulwurf landete

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 5 Apr 2007 17:48

norma, die schnellste ente der welt, rannte einen schmalen pfad entlang, sprang geschickt über eine horde nacktschnecken und blieb schließlich an einer kleinen rampe stehen, wo fitz macliermann, der waghalsige maulwurf, auf seinem motorrad einige halsbrecherische sprünge probte.
“hey fitz”, rief norma, und der waghalsige maulwurf landete geschickt neben der ente. “hast du schon gehört?”
“was denn gehört?”, fragte fitz, stellte den motor ab und klemmte sich seinen helm unter den arm.
“johnny… johnny hat es erwischt.”
“was, johnny?! nein…”
“doch. er war unten am teich und döste in der sonne, als der alte schlechter mit seinen hunden vorbei kam. nico hat alles gesehen.”
“nico der specht?”
“nein. nico der waschbär. nico sagt, die hunde haben mit johnny kurzen prozess gemacht. er hatte keine chance.”
“oh nein.”
“ich dachte, du solltest es sofort erfahren. schließlich habt ihr oft zusammen dieses eine spiel gespielt.”
“klatsch-den-matsch.”
“genau, klatsch-den-matsch. es tut mir leid, fitz.”
“ja, mir auch.”
maulwurf und ente schwiegen eine weile, bevor norma schließlich sagte:
“okay, fitz. ich muss dann mal weiter.”
“alles klar, norma. und danke.”
“keine ursache.”
während norma einen hügel hoch flitzte und hinter diesem verschwand, ließ fitz macliermann sich auf einen stein sinken.
johnny war seit vielen jahren nicht nur einer seiner besten freunde, sondern auch ein hervorragender klatsch-den-matsch-spieler gewesen. und nun war johnny tot. fitz konnte es noch immer nicht glauben.
der maulwurf schüttelte seinen kleinen kopf und blickte traurig zu boden.

bin kein guter ausweicher

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 3 Apr 2007 17:19

“ich bin donkey kong”, sagte der mann im affenkostüm, schnappte sich ein fass und warf es nach mir.
und ich bin kein guter ausweicher, dachte ich, als das fass mich volle möhre am kopf traf, und ich zu boden ging.
ich hörte englein singen, während winzige sterne meinen kopf umkreisten, und bekam gerade noch mit, wie der donkey kong mann sich die nächstbeste frau unter seinen behaarten arm klemmte und eine leiter hochkletterte.
“game over”, rief ein kleiner junge hinter mir, und ich verlor endgültig das bewusstsein.

erst ben, und dann ihre riesigen pranken

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 2 Apr 2007 17:19

“der famose holiday kommt in die stadt”, rief gabriele voller freude, hüpfte auf der stelle und klatschte in ihre für einen menschen doch ziemlich riesigen hände. “ohhh… ich freue mich so.”
“der famose holiday ist eine niete, alles andere als famos”, sagte ben trocken, ohne von seiner zeitschrift aufzublicken, wofür er den vernichtenden blick der hüpfenden gabriele erntete, die mittlerweile aufgehört hatte, wie bekloppt in ihre übergroßen hände zu klatschen.
“gar nicht wahr”, sagte sie, “er ist ein großer magier.”
“hm”, meinte ben. “nicht so groß wie deine hände.”
gabriele hörte auf zu hüpfen. jeder funke freude war aus ihrem gesicht gewichen, als sie erst ben, und dann ihre riesigen pranken anschaute.
“vielleicht kann der famose holiday sie ja klein zaubern”, setzte ben noch einen drauf und lachte gemein.
“das… das ist nicht nett”, fand gabriele und blickte traurig zu boden.
“das ist in der tat nicht nett”, sagte der fremde mann, der wie aus dem nichts neben gabriele aufgetaucht war und einen überaus bunten mantel trug. er hatte einen lustigen hut auf dem kopf und eine blitznarbe auf der nase.
“bist du… du bist doch nicht…?”, fragte gabriele, und ben sagte:
“der famose holiday.”
“ganz richtig“, sagte der mann und machte einige mystische bewegungen mit seinen händen, „ich bin der famose holiday.”
funken stoben und winzig kleine blitze zuckten über seine handflächen, als er gabrieles hände in die seinen nahm und dabei fremdartige reime nuschelte. als er fertig war, lächelte er gabriele freundlich an.
“heiliger bimbam”, rief ben. “deine hände, gabriele. so zierlich, zart. ich glaube, ich muss mich bei dir entschuldigen, famoser holiday. du bist wahrlich famos.”
“und ich hingegen glaube, du solltest dich bei gabriele entschuldigen”, sagte der famose holiday, während gabriele ihre neuen, hübschen hände betrachtete.
“ich… äh, ja. entschuldigung, gabriele”, sagte ben kleinlaut. 
“so ist es gut”, fand der famose holiday, nickte mystisch und drehte sich um.
“ähm, famoser holiday”, begann ben, ”eine frage noch. kannst du vielleicht auch kleine dinge groß machen?”
eine antwort bekam ben nicht, der famose holiday war schon längst verschwunden.

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.