aus einer alten reisetasche
der kleine junge kletterte aus einer alten reisetasche und streckte sich. sein wecker hatte kurz zuvor geklingelt und ihn aus dem schlaf gerissen.
“guten morgen, stefan”, sagte sein vater. “hast du gut geschlafen?”
“sehr gut, papa”, sagte stefan fröhlich und stellte die reisetasche in einen schrank.
“sieht so aus, als müssten wir dir bald eine größere tasche besorgen”, sagte sein vater. “du bist ja ganz schön groß geworden.”
“das hat tante gorbatschow auch gesagt”, meinte stefan und schüttelte sich bei dem gedanken an seine tante, die ihn immer an einen seehund mit lepra erinnerte.
“ich werde mal toni den türken fragen, ob er nicht noch eine seiner alten sporttaschen hat. die sind auf jeden fall größer als deine jetzige tasche und sicher sehr bequem”, meinte der vater und reichte seinem sohn einen keks zum frühstück.
“oh. das wäre toll”, freute sich stefan, nahm den keks entgegen und steckte ihn sich in den mund. “lecker”, meinte er.
“so, jetzt muss ich aber zur arbeit”, sagte sein vater und gab stefan einen kuss auf die stirn. dann rückte er seine fliegerbrille zurecht und stieg in einen wäschekorb, so dass nur noch sein kopf aus dem korb guckte. “bis heute abend dann.”
“ja. bis heute abend, papa”, sagte stefan und winkte seinem vater hinterher, als dieser den wäschekorb durch das offene fenster steuerte.


