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ein paar prima geschichten

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 31 Okt 2007 18:21

mc wonkel, der ein t-shirt trug, auf dem ein hamster in einer fliegenden untertasse gerade seiner zerstörungswut freien lauf ließ und einige gebäude in schutt und asche legte, wurde von einem ballen stroh direkt an der stirn getroffen. jetzt blutete er stark, und sein gegenüber, donko der hühne, lachte finster, während er einen weiteren ballen aufhob und auf mc wonkel schleuderte. ich wollte ihn gerade davon abhalten, den armen wonkel weiter zu attackieren, als mich frau ü. am arm packte.
“halten wir uns da besser raus”, sagte sie. “das müssen die beiden unter sich ausmachen.”
ich nickte. frau ü. hatte natürlich recht.
“wir könnten uns stattdessen geschichten über hühner erzählen”, schlug frau ü. vor und zwinkerte mir zu. ich wusste ganz genau, was sie damit meinte.
“ich kenne ein paar prima geschichten über hühner”, sagte ich, lächelte kühn und zog schonmal meine hose aus.

mein eigenes schienennetz

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 30 Okt 2007 18:48

nach den bahnstreiks der letzten zeit und dem daraus resultierenden zuspätkommen am arbeitsplatz, habe ich nun beschlossen, mir mein eigenes schienennetz aufzubauen, um diese problematik geschickt zu umgehen bzw. zu umfahren. zunächst werde ich allerdings nur die strecken von meiner wohnung bis zum büro, von meiner wohnung bis zum supermarkt und von meinem büro bis zum supermarkt (falls ich nach getaner arbeit noch schnell etwas einkaufen möchte, ohne vorher nach hause zu fahren) berücksichtigen, halte aber einen ausbau des netzes nicht für ausgeschlossen, sollten sich zahlungskräftige investoren finden. (vielleicht ließe sich auch eine finanzierung über volksaktien realisieren, ich habe da so die ein oder andere idee im hinterkopf.)
die kürzlich bei ebay ersteigerte lokomotive wird der siamesische zwerggorilla juan ernesto lopez fahren, der mir vor einiger zeit zugelaufen ist, und an dessen fahrerischen fähigkeiten nicht die geringsten zweifel bestehen. mit entsprechender mütze sieht juan ernesto einem richtigen lokomotivführer sogar verblüffend ähnlich, außerdem fordert er nur drei bananen pro tag. da ich weiß, wie man mitarbeiter motiviert und affen glücklich macht, bekommt er von mir nicht nur die geforderten drei, sondern gleich vier bananen am tag (+ fünf bonusbananen am monatsende, wenn er im monat unter drei unfällen mit personenschaden bleibt). die schienen, die ich für solch ein schienennetz natürlich benötige, habe ich mir gestern im baumarkt besorgt. morgen werden sie verlegt, von meinem onkel, der das kann.

der stumpen von einem mann

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 29 Okt 2007 20:21

wie oft denkt man so bei sich, hm, der kleine kerl dort drüben, der sieht ja aus wie ein kobold, und dann lacht man, weil kobolde alles in allem ja ziemlich lustig aussehen. und menschen, die wie kobolde aussehen, erst recht. doch als heute morgen dieser kleine kerl an meine tür klopfte, ich ihm öffnete und herein bat, weil er wie ein polizist gekleidet war, da habe ich überlegen müssen, ob es sich bei meinem gegenüber nicht tatsächlich um solch einen kobold handelte. und da richtige kobolde – wie auch polizisten – doch recht ungemütlich werden können, wenn man über sie lacht, versuchte ich mir ein lachen zu verkneifen, was aber nicht gelang.
“warum lachen sie so?”, fragte mich der koboldhafte polizist, der sich sicherlich nicht bücken musste, um durch ein schlüsselloch zu gucken, eher strecken, und ich sagte:
“ich, äh… nur so. ich bin halt ein fröhlicher mensch.”
“soso, ein fröhlicher mensch”, wiederholte der stumpen von einem mann in seiner viel zu großen polizeiuniform und beäugte mich misstrauisch, als wäre fröhlichsein ein verbrechen. “wie dem auch sei”, sagte er schließlich, als wolle er mir meine fröhlichkeit noch einmal durchgehen lassen. “ist das hier ihre hupe?”
der polizei-kobold zog eine hupe hervor und hupte kurz zweimal. ich erkannte sofort meine hupe, die mir vor gut einer woche abhanden gekommen oder gar geklaut worden war, und lachte nun nicht mehr über den kleinen mann.
“das ist… meine hupe”, sagte ich und nahm die hupe entgegen. “tatsächlich, meine hupe. vielen dank, kleiner kobold”, rutschte es mir raus, ohne dass ich es hätte verhindern können.
“was haben sie gesagt?”, wollte der polizist von mir wissen und guckte mich böse an, während ich nur schief lächelte.
“vielen dank, herr… äh, wachtmeister, habe ich gesagt”, log ich und schloss schnell die tür vor seiner nase, bevor er mir in die wade oder sonstwohin hätte beißen können.

noch bevor ich ihn sah

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Fr 26 Okt 2007 20:08

ich hörte simon, noch bevor ich ihn sah, denn er trug – wie eigentlich immer – seine seltsamen schuhe, die bei jedem schritt dieses ganz spezielle geräusch von sich gaben, so als würde jemand ein halb ausgebrütetes straußenei aussaugen. schon allein die vorstellung, den inhalt eines halb ausgebrüteten straußeneis im mund zu haben, sorgte bei nicht wenigen für leichte übelkeit und führte dazu, dass sie simon und seine schuhe mieden. nicht, weil sie ihn nicht leiden konnten. sie wollten ihm nur einfach nicht auf seine schuhe kotzen. ich hingegen mochte simon, der zwar nicht besonders helle, dafür aber ein durch und durch liebenswürdiger kerl war, seine schuhe und auch dieses ganz spezielle geräusch, das mich irgendwie an meine kindheit erinnerte.
“hallo simon”, sagte ich, als simon um die ecke bog und vor mir stehen blieb, woraufhin das geräusch augenblicklich verstummte.
“hallo”, sagte auch simon und fing sogleich an, mit einer hand hektisch in seiner jackentasche zu wühlen, während die andere hand einen holzknüppel fest umklammert hielt. “ich habe jetzt eine fahrradklingel”, sagte simon, als er diese schließlich in der tasche gefunden hatte und mir voller stolz präsentierte.
“cool”, meinte ich, da ich wusste, wie sehr sich simon eine fahrradklingel gewünscht, jedoch nie bekommen hatte. “wo hast du die denn her?”, fragte ich ihn, während er mir vorführte, wie laut die klingel klingeln konnte, wenn man denn nur wollte und den zahnradmechanismus innerhalb der metallenen glocke pausenlos betätigte.
“der alte john hat sie mir gegeben”, sagte simon, während das klingeln langsam in meinen ohren zu schmerzen begann. “er hat sie mir… geschenkt.”
“vom alten john also, hm”, wunderte ich mich, denn der alte john war eigentlich ein überaus geiziger mensch. er hatte noch nie jemanden etwas geschenkt.
“ja, vom alten john”, bestätigte simon, wobei er mich verdächtig unschuldig anschaute und den knüppel verdächtig unauffällig hinter seinem rücken verschwinden ließ. “er hat mir die fahrradklingel geschenkt. kurz bevor er… verreist ist.”
“der alte john ist verreist?” so weit ich mich erinnern konnte, war der alte john noch nie verreist.
“nach, äh… panama”, sagte simon, und ich nickte.
“panama, hm. nun ja, warum auch nicht. panama ist sicherlich eine reise wert.”
simon lächelte mich verlegen an. er hatte mittlerweile aufgehört zu klingeln.
“hör mal, simon”, sagte ich und legte ihm eine hand auf die schulter. “der knüppel da, hinter deinem rücken… vielleicht wäre es keine schlechte idee, wenn du ihn dort drüben in den container werfen würdest.”
ich zeigte auf den großen müllcontainer auf der anderen straßenseite.
“meinst du wirklich?”
“ja, das meine ich wirklich.”
simon überlegte kurz, bevor er schließlich sagte: “vielleicht… hast du recht. ich brauche den knüppel ohnehin nicht mehr.”
“und simon, noch etwas. wenn dich jemand nach der klingel fragt, sag einfach, du hast sie auf der straße gefunden.”
simon nickte, steckte die fahrradklingel zurück in seine jackentasche und setzte sich in bewegung. sofort war wieder dieses ganz spezielle geräusch zu hören, und ich musste unweigerlich an das aussaugen eines halb ausgebrüteten straußeneis denken und schmunzelte.
“mach’s gut, simon”, rief ich ihm hinterher, als er die andere straßenseite erreicht hatte. er winkte mir kurz mit seiner keule zu, bevor er sie in den container warf und um die nächste ecke verschwand.

von einem richtigen schwein

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 22 Okt 2007 23:03

“schau mal her”, sagte mein freund bolle und überreichte mir feierlich einen plastikbeutel, “ich habe ein geschenk für dich.”
“oh, das ist aber lieb von dir”, meinte ich und warf einen blick in den beutel. “oh, ein… uh. das ist ja ein… schweinskopf”, stellte ich überrascht fest.
“von einem richtigen schwein”, sagte bolle nicht ohne stolz, wobei er über sein ganzes gesicht strahlte. “so einer, wie du ihn dir schon immer gewünscht hast.”
“ich, äh… muss dich leider enttäuschen. ich habe mir noch nie einen… schweinskopf gewünscht.”
“doch”, meinte bolle, “zu weihnachten, letztes jahr.” er überlegte kurz. “oder etwa nicht?”
“nein”, sagte ich und gab ihm den beutel mit dem schweinskopf zurück. “das war rolf, der sich einen schweinskopf gewünscht hat.”
“oh.”
“außerdem habe ich schon einen schweinskopf.” ich deutete auf meinen kopf, der dem eines schweins tatsächlich nicht unähnlich war. “ich habe mir fünf kilo pferdehoden zu weihnachten gewünscht. aber leider nicht bekommen.”
“hm, fünf kilo pferdehoden”, wiederholte bolle und kratzte sich am kinn. “mal schauen. vielleicht kann ich den schweinskopf ja noch umtauschen.”

der urenkel von thomas cruise mapother iv (2)

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 17 Okt 2007 20:05

“heilige scheiße”, stieß ich hervor, als ich das glibsch mit augen entdeckte, das urplötzlich vor mir auf dem tisch hockte und mich anstarrte. “was zur hölle… bist du?”, wollte ich von dem ding wissen.
“ich bin spitz wie nachbars lumpi”, antwortete das glibschige ding und kroch langsam auf mich zu, wobei es eine schleimige spur auf dem tisch hinterließ.
“nein, ich meine… wer bist du?”, fragte ich angewidert und rückte ein stück von dem tisch weg.
“ach so”, meinte das glibsch mit augen. “ich bin der urenkel von thomas cruise mapother iv.”
“das kann ja jeder behaupten”, sagte ich, schnappte mir das dickste buch, das in reichweite war, und ließ es auf das glibschige etwas fallen. im selben augenblick fiel mir die junge frau ein, die mich zunächst für eben diesen urenkel von tom cruise gehalten hatte. die bezaubernde frau, die ein bild von mir malen wollte, obwohl ich noch nicht einmal mit tom cruise verwandt war. wie konnte ich sie nur vergessen, fragte ich mich, und wo zur hölle hatte ich den zettel mit ihrer telefonnummer hingetan?

der klotz von einem mann

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 16 Okt 2007 21:13

“zeigen sie mir mal ihre hände”, sagte der klotz von einem mann, der mit blutverschmierten kittel vor mir stand, und ich zeigte ihm meine hände. “hm. die sind zu klein.”
“wieso sind meine hände zu klein?”, wollte ich wissen. “ich meine, benutzen wir denn keine… hilfsmittel?”
“hilfsmittel?” der mann fing an zu lachen und schüttelte seinen mächtigen pferdeschlächterkopf.
“keulen oder so”, sagte ich, und der mann lachte noch lauter. “oder vielleicht bolzenschussgeräte.”
“bolzen… bolzenschussgeräte”, brüllte der schlächter und krümmte sich vor lachen. speichel traf meine wange. “sie sind echt gut, mann. sie sind echt gut.”
ich betrachtete meine hände, die wirklich nicht sehr groß waren. es war für mich fast unmöglich, einen tennisball mit nur einer hand festzuhalten.
“tun sie sich einen gefallen”, sagte der pferdeschlächter und wischte sich eine träne aus dem augenwinkel, “und suchen sie sich einen anderen job.”
“einen anderen job?”
“ja, mann. oder gehen sie studieren. dumm sehen sie mir ja nicht aus. bwl vielleicht”, schlug er vor.
“das…”, sagte ich niedergeschlagen, während ich mich umdrehte und das schlachthaus verließ, “das habe ich schon.”

jeanshosen haben wir damals alle getragen

es schrub christian s. in unterhaltungen — christian s. Mo 15 Okt 2007 21:26

“du entschuldige i kenn di.”
“ja, servus.”
“bist du net die kloane, die i scho als bua gern g’hobt hoab’?”
“oh. ich denke nicht, nein. ich war zwar mal klein, das stimmt. allerdings bin ich keine sie. und gerne hat mich damals eigentlich keiner gehabt.”
“die mit dreizehn schon kokett war, mehr als woas erlaubt war, und die enge jeans ang’hobt hoat.”
“nun ja. enge jeanshosen haben wir damals alle getragen. das war eine ziemlich schlimme zeit. aber wie gesagt, ich denke nicht, dass wir uns kennen.”
“i hoab’ nächte lang net g’schlafen, nur weil du im schulhof a’moal mit die oag’n zwinkert hast.”
“ich weiß zwar nicht, was oag’n sind, aber ich schlage vor, wir gehen jetzt besser wieder getrennte wege.”
“kumm wir streichen fuffzehn joahr, hol’n jetzt alles nach, als ob dazwischen einfach nix woar.”
“das einzige, was ich mir gleich streichen werde, ist ein butterbrot. machen sie’s gut.”

der urenkel von thomas cruise mapother iv

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 10 Okt 2007 22:01

“ich habe sie beobachtet”, sagte die junge frau, die plötzlich neben mir auftauchte, als ich nichts böses denkend an der bushaltestelle stand und auf den bus wartete. “ich beobachte sie schon eine ganze weile.”
“oh”, meinte ich. “da weiß ich aber nicht, wie ich das finden soll.”
“ich bin mir nicht sicher”, fuhr sie unbeirrt fort, “aber kann es sein, dass sie der urenkel von thomas cruise mapother iv sind.”
“von bitte wem?”
“von tom cruise. dem tollen filmschauspieler.”
“ah, der.” ich überlegte kurz. “ist tom cruise nicht erst im letzten jahr zum ersten mal vater geworden? ich meine, so gesehen kann es doch gar nicht sein, dass er überhaupt schon enkel, geschweige denn urenkel hat.”
sie schaute mich mit großen augen an, sagte aber nichts.
“hm, gut”, sagte ich daher. “ich muss sie leider enttäuschen. ich bin nicht der urenkel von tom cruise. ich bin auch nicht sein enkel, und sein sohn… nein, tut mir leid. nicht einmal der bin ich.”
“darf ich trotzdem ein bild von ihnen malen?”, fragte sie nach einer weile und lächelte mich an. erst jetzt bemerkte ich, wie liebreizend und wunderhübsch sie eigentlich war. auch wenn sie anscheinend mächtig einen an der waffel hatte.
“ein bild? doch nicht etwa so eins, wo ich nackt auf einer kuh reite?”
die frau lachte. das fand sie anscheinend komisch.
“nein”, sagte sie. “ich dachte eher an so eins, wo sie nackt auf einen baum klettern.”
trotz ihrer klatsche schien sie humor zu haben, und da ich schon lange nicht mehr nackt auf einen baum geklettert war, sagte ich: “warum nicht.”
sie begann, in ihrer handtasche zu wühlen, und zog schließlich einen kleinen zettel hervor, auf dem eine nummer stand.
“meine telefonnummer”, sagte sie und reichte mir den zettel. “rufen sie mich doch einfach mal an. wegen dem bild.” sie zwinkerte mir zu.
“ich… äh, okay. mache ich.”
“schade, dass sie nicht der urenkel von tom cruise sind”, sagte sie noch, dreht sich um und ließ mich an der bushaltestelle allein zurück.
“ja, das finde ich auch”, hörte ich mich leise sagen, obwohl ich das eigentlich ganz und gar nicht fand.

sie haben einen penisbruch

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 9 Okt 2007 19:57

“ich will ihnen nichts vormachen”, sagte der arzt mit ernster mine. “sie haben einen penisbruch.”
“ich habe einen was?”
“einen penisbruch. passiert schon mal.”
“ähm, sie haben sich meinen penis doch gar nicht angeschaut.”
“das muss ich auch nicht. ich erkenne sofort, wenn jemand einen penisbruch hat.”
“aber ich… ich bin doch eigentlich wegen dieser juckenden stelle an meinem rücken hier.”
“ah ja, das bestätigt meine diagnose. die juckende stelle an ihrem rücken kommt ganz eindeutig vom penisbruch.”
“wissen sie, was ich glaube. ich glaube, sie haben einen sprung in der schüssel.”
“und ich glaube, sie haben einen penisbruch.”
“ich habe definitv keinen penisbruch.”
“für einen penisbruch muss man sich nicht schämen. ich hatte auch schon mal einen. und meine frau auch.”
“ihre… frau?”
“na gut. meine frau hatte noch keinen penisbruch. aber sie würde sich nicht schämen, wenn sie einen hätte.”
“ich schäme mich doch gar nicht.”
“müssen sie ja auch nicht. hier, nehmen sie diese salbe, und reiben sie sich damit dreimal täglich ihren penis ein.”
“und was ist mit meiner juckenden stelle?”
“die meinetwegen auch.”

selbst bei vielen flammen

es schrub christian s. in sehr geehrter fragensteller — christian s. Mo 8 Okt 2007 23:56

wenn läuse tot sind, dann sind sie tot, oder?

sehr geehrter fragensteller. wie gerne würde ich sagen, dass läuse tot sind, wenn sie tot sind, sind sie aber nicht. der grund dafür liegt einfach darin, dass läuse unsterblich sind und gar nicht sterben können. so hat bspw. der berühmte feuer-forscher albert münkel bereits 1863 in seiner studie “wirkung lodernder flammen auf hunde, katzen und läuse – ein vergleich” festgestellt, dass selbst bei vielen flammen und großer hitze einzig die laus keinen nennenswerten schaden davon trägt, während sowohl hunde als auch katzen schon bei niedrigeren temparaturen anfangen zu kokeln und zu stinken und schließlich qualvoll sterben, wenn man den hitzegrad ein wenig erhöht. weitere erkenntnisse aus dieser studie waren zudem, dass hunde und katzen sich wesentlich leichter entzünden lassen als läuse und auch viel schneller brennen (hunde etwas schneller als katzen, wofür münkel allerdings keine erklärung fand).
weitere beweise für die unsterblichkeit von läusen gehen auf die studien von philipp a. mathews (1896) und nokel bel-harn (1922) zurück, die beide versuchten, läuse auf unterschiedliche arten zu töten. so scheiterte mathews bei seinem versuch, eine laus zu ertränken, ebenso wie nokel bel-harn, der versuchte, eine laus mit pfeil und bogen ins jenseits zu befördern.

sie sehen also, läuse können nicht sterben und somit auch nicht tot sein. (anders sieht das bei mäusen aus. wenn mäuse tot sind, dann sind sie auch tot. mausetot, sozusagen.)

dann bekomme ich zwei

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 4 Okt 2007 20:04

“free burma”, rief der mann vor mir.
“free willy”, rief ich, wofür ich böse blicke erntete.
“fri-ka-dellen”, rief die frikadellenverkäuferin, die sich ihren weg durch die protestler bahnte.
“frikadellen for free?”, fragte ich.
“nö.”
“dann bekomme ich zwei.”

bereits plakatiert

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 2 Okt 2007 19:34

auf dem schild stand “plakatieren der füße verboten!”, doch hatte jemand die füße, an denen das schild befestigt war, bereits plakatiert.
“waren sie das etwa?”, fragte ich den mann, der neben einem eimer mit kleisterartiger flüssigkeit direkt vor den füßen stand.
“ich, äh… was genau meinen sie?”
“das plakatieren dieser füße hier.” ich zeigte auf die plakatierten füße. “waren sie das?”
“oh, nein. nein, das… äh, muss jemand anderes gewesen sein.”
“aha” der mann schien die wahrheit zu sagen. “gut. dann werde ich jetzt mal die stadtreinigung rufen. haben sie noch einen schönen tag”, sagte ich zu dem mann, der mich verwirrt anschaute, sich den eimer schnappte und eilig um die nächste ecke verschwand, während ich lauthals nach der stadtreinigung rief.

so ganz ohne augen

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 1 Okt 2007 21:38

ich beobachtete doktor jakobi heimlich dabei, wie er in seiner garage einen maulwurf operierte.

gestern abend hatte doktor jakobi bei einem glas bier noch damit geprahlt, dass er einem maulwurf zu besseren sehfähigkeiten verhelfen konnte, indem er ihm einfach die augen einer kuh einpflanzte.
“und was wird dann aus der kuh?”, fragte ich ihn durchaus interessiert und nippte an meinem bier. “die ist doch dann blind wie ein… äh, maulwurf, so ganz ohne augen.”
“das ist nicht richtig”, meinte doktor jakobi, der in wirklichkeit zeitungsbote war, “kühe brauchen ihre augen im grunde gar nicht. sie sehen durch die nase.”
ich kannte mich mit kühen zwar nicht sonderlich gut aus, konnte mir aber nicht vorstellen, dass diese freundlichen wiederkäuer tatsächlich mit ihrer nase sehen konnten.
“wenn kühe tatsächlich durch die nase sehen”, überlegte ich laut, so dass doktor jakobi es auch mitbekam, “und nicht mit den augen, diese also völlig nutzlos sind, was macht es dann überhaupt für einen sinn, die augen einer kuh einem maulwurf einzupflanzen? und mal ganz davon abgesehen, ob es nun sinn macht oder nicht, passen die riesigen kuhaugen überhaupt in einen maulwurfschädel, der doch eher klein ist?”
“natürlich nicht”, sagte doktor jakobi ein wenig patzig. “dazu muss ich erst die augenhöhlen des maulwurfs mit einem elektronischen spreizkolben vergrößern.”
“mit einem… elektronischen spreizkolben, oh. und wenn der kleine kerl dann die… äh, eigentlich nutzlosen kulleraugen einer kuh in seinem kopf hat, dann kann er tatsächlich besser sehen?”
“wenn er die operation überlebt, ja. natürlich.”
“hm. irgendwie glaube ich das nicht”, meinte ich und widmete mich meinem bier.
doktor jakobi schaute mich böse an, nahm einen letzten großen schluck und stellte das leere glas geräuschvoll vor sich auf den tresen.
“glauben sie doch, was sie wollen”, sagte er schließlich, bezahlte sein bier und verließ die kneipe.

jetzt warf doktor jakobi gerade die verkümmerten augen des vor ihm liegenden (und hoffentlich vollnarkotisierten) maulwurfs achtlos in einen mülleimer. seine rechte hand tastete nach einem metallenen kolben, der auf einem tablett neben ihm lag, während zwei großen kuhaugen mich aus einem einmachglas heraus flehend anstarrten.

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.