in diesem moment kein guter reim
“hast du das auch gerochen?”, fragte mich norbert, nachdem jochen gegangen war. “ich finde, jochen hat irgendwie nach kacke gerochen.”
“echt? cool. da könnte man einen tollen rap draus machen”, stellte ich erfreut fest und fing sofort an zu reimen. “hast du das nicht auch gerochen, riecht nach kacke, unser jochen.”
ich machte einige spastische moves und imitierte eine beatbox.
“ja, ein wirklich toller… rap”, meinte norbert, der für rapmusik anscheinend nicht viel übrig hatte. jedenfalls zeigte er sich von meiner performance nicht gerade begeistert.
“hey. was erwartest du? das ist mir gerade spontan eingefallen. kann man sicher noch dran feilen.”
“sicher. aber jetzt mal im ernst. ich glaube, jochen hat wirklich nach kot gemüffelt. und irgendwie hängt der geruch immer noch in der luft. vielleicht ist jochen ja krank?”
“hm. keine ahnung. ich habe nichts gerochen, roch wie immer, unser jochen.”
ich strahlte über meinen zweiten, überaus gelungenen rap.
“aber ich hätte schwören können…”
“nein, du hast ja recht”, unterbrach ich norbert, bevor er weiter an sich zweifeln konnte. “jochen hat wirklich komisch gerochen. es kann sogar gut sein, dass es tatsächlich kacke war.”
“aha. und wieso kann das gut sein?”
“ganz einfach. wenn ihm sein klopapier ausgeht”, begann ich zu erklären, “benutzt jochen getragene socken, um sich den po abzuwischen. sein wäschekorb steht nämlich direkt neben der toilette. er meinte mal zu mir, dass es ganz praktisch ist, getragene socken zum abwischen des schmutzigen hinterns zu benutzen, da die socken ja ohnehin gewaschen werden müssen. und da ist sogar was dran, finde ich.”
norbert runzelte die stirn.
“naja, und manchmal – wenn er weder klopapier noch getragene socken parat hat – benutzt jochen halt auch saubere socken, die anschließend natürlich in die wäsche müssen. allerdings vergisst er manchmal, die benutzten socken zu waschen und zieht sie an, ohne zu merken, dass sie… schmutzig sind. er muss eine wirklich schlechte nase haben”, vermutete ich.
“und schlechte augen”, meinte norbert und schüttelte ungläubig seinen kopf. “jetzt ist mir schlecht”, gestand er mir, während ich erst anfing, zu grinsen, dann zu lachen.
“du glaubst auch wirklich jeden scheiß, oder?”, fragte ich schließlich meinen freund, der mich nun verdutzt anschaute.
ich ließ norbert noch für einige sekunden im unklaren, bevor ich schließlich vorsichtig meinen linken fuß hob und ihm den wirklichen grund für den üblen geruch zeigte. er befand sich direkt unter meiner schuhsohle.
“hundekacke”, sagte ich nur, da mir in diesem moment kein guter reim einfiel. aber es reichte als erklärung.





