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in diesem moment kein guter reim

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 30 Jun 2008 21:22

“hast du das auch gerochen?”, fragte mich norbert, nachdem jochen gegangen war. “ich finde, jochen hat irgendwie nach kacke gerochen.”
“echt? cool. da könnte man einen tollen rap draus machen”, stellte ich erfreut fest und fing sofort an zu reimen. “hast du das nicht auch gerochen, riecht nach kacke, unser jochen.”
ich machte einige spastische moves und imitierte eine beatbox.
“ja, ein wirklich toller… rap”, meinte norbert, der für rapmusik anscheinend nicht viel übrig hatte. jedenfalls zeigte er sich von meiner performance nicht gerade begeistert.
“hey. was erwartest du? das ist mir gerade spontan eingefallen. kann man sicher noch dran feilen.”
“sicher. aber jetzt mal im ernst. ich glaube, jochen hat wirklich nach kot gemüffelt. und irgendwie hängt der geruch immer noch in der luft. vielleicht ist jochen ja krank?”
“hm. keine ahnung. ich habe nichts gerochen, roch wie immer, unser jochen.”
ich strahlte über meinen zweiten, überaus gelungenen rap.
“aber ich hätte schwören können…”
“nein, du hast ja recht”, unterbrach ich norbert, bevor er weiter an sich zweifeln konnte. “jochen hat wirklich komisch gerochen. es kann sogar gut sein, dass es tatsächlich kacke war.”
“aha. und wieso kann das gut sein?”
“ganz einfach. wenn ihm sein klopapier ausgeht”, begann ich zu erklären, “benutzt jochen getragene socken, um sich den po abzuwischen. sein wäschekorb steht nämlich direkt neben der toilette. er meinte mal zu mir, dass es ganz praktisch ist, getragene socken zum abwischen des schmutzigen hinterns zu benutzen, da die socken ja ohnehin gewaschen werden müssen. und da ist sogar was dran, finde ich.”
norbert runzelte die stirn.
“naja, und manchmal – wenn er weder klopapier noch getragene socken parat hat – benutzt jochen halt auch saubere socken, die anschließend natürlich in die wäsche müssen. allerdings vergisst er manchmal, die benutzten socken zu waschen und zieht sie an, ohne zu merken, dass sie… schmutzig sind. er muss eine wirklich schlechte nase haben”, vermutete ich.
“und schlechte augen”, meinte norbert und schüttelte ungläubig seinen kopf. “jetzt ist mir schlecht”, gestand er mir, während ich erst anfing, zu grinsen, dann zu lachen.
“du glaubst auch wirklich jeden scheiß, oder?”, fragte ich schließlich meinen freund, der mich nun verdutzt anschaute.
ich ließ norbert noch für einige sekunden im unklaren, bevor ich schließlich vorsichtig meinen linken fuß hob und ihm den wirklichen grund für den üblen geruch zeigte. er befand sich direkt unter meiner schuhsohle.
“hundekacke”, sagte ich nur, da mir in diesem moment kein guter reim einfiel. aber es reichte als erklärung.

den die frauen lieben

es schrub christian s. in lesungen — christian s. So 29 Jun 2008 17:28

“ich weiß nicht, wie ich das meinem chef beibringen soll”, sagte ich und blickte verweifelt auf meine schuhe.
“was denn?”, wollte simon, der nun ebenfalls meine schuhe betrachtete, wissen. “hat es was mit deinen schuhen zu tun?”
“was…?! äh, nein. nein, mit meinen schuhen ist alles in ordnung. es hat etwas mit der lesung von gestern abend zu tun. ich… ich habe versagt”, schlurzte ich. “dabei… dabei wollte ich doch kein versager sein.”
“du bist auch kein versager”, meinte simon und nahm mich tröstend in die arme. “wie kommst du denn darauf?”
“viktor vaudeville”, sagte ich nur. “er war gestern auch bei der lesung, hat getanzt und gesungen, eines seiner schönsten lieder.”
“viktor vaudeville? der viktor vaudeville, den die frauen lieben und die männer beneiden?!”
“genau der.”
“oh.”
“und er war fantastisch. die leuten sind ausgerastet, haben auf den stühlen gestanden. er… er hat mich wie einen anfänger aussehen lassen. wie einen tölpel. wie einen… wie einen jungen mit hodenohren. sicherlich nicht absichtlich. aber er war einfach zu gut.”
simon drückte mich freundschaftlich.
“mach dir nichts daraus”, sagte er. “neben viktor vaudeville sieht jeder wie ein versager aus.”
“ja, ich weiß”, sagte ich niedergeschlagen. “aber erklär das mal meinem chef.”

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alle zwei zusammen

herr grob, herr schoss und viktor vaudeville. in aktion.

eine kurze zusammenfassung des abends sowie bewegte bilder gibt es beim herrn scheibster. vielen dank dafür. vielen dank auch an die zahlreichen zuhörer, die vielen bekannten und neuen gesichter, die organisatoren, und natürlich auch ein großes dankeschön an meinen chef.

weitere stimmen zum abend:
absolut live: abenteuer von einzigartiger schönheit
swinging @ the kurshaus
lesung, die beste

kein versager sein

es schrub christian s. in lesungen — christian s. Fr 27 Jun 2008 20:14

“ach ja, und noch etwas”, sagte mein chef, der plötzlich hinter mir aufgetaucht war, woraufhin ich unweigerlich zusammenzuckte. “sollten sie morgen bei der lesung versagen und die leute nicht restlos begeistern, dann werde ich ihnen jeden tag einen knödel verpassen.” er legte mir eine fleischige hand auf die schulter (doch war ich erleichtert, dass es seine eigene war). 
“wollen sie das?”, fragte er mich mit ruhiger stimme. “wollen sie ein versager sein?”
“nein. das… das will ich nicht”, murmelte ich kleinlaut.
“wie heißt das?”, brüllte mir mein chef ins ohr, so dass ich beinahe ertaubte.
“nein, sir. nein. ich… ich will kein versager sein, sir.” und ich will auch nie wieder einen knödel verpasst bekommen, fügte ich in gedanken hinzu.
“hmhmm, gut. dann mal viel spaß morgen abend”, sagte mein chef, und ich warf mich vor ihm auf den staubigen boden.
“danke, sir. vielen, vielen dank.”

den werden wir mit sicherheit haben.

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kurshaus ginsheim
karl-liebknecht-straße 1
65462 ginsheim

schwungvoll an den hinterkopf

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 26 Jun 2008 20:19

heute morgen kam mein chef zu mir und fragte mich, ob ich den ausdruck jemanden einen knödel verpassen kennen würde.
“nein, sir”, habe ich gesagt. “den ausdruck habe ich noch nie gehört. tut mir leid”, entschuldigte ich mich sofort.
“hmhmm, ja”, grummelte mein chef, zog die mundwinkel nach unten – was in der regel kein gutes zeichen ist – und nickte. “das habe ich mir natürlich gedacht”, meinte er. dann zog er blitzschnell die rechte hand hinter seinem rücken hervor und verpasste mir einen lauwarmen kloß, in dem er mir diesen schwungvoll an den hinterkopf pappte. “ich habe ihnen soeben einen knödel verpasst”, erklärte mein chef humorlos, drehte sich um und verließ mein büro. “jetzt kennen sie den ausdruck”, hörte ich ihn noch sagen.
“danke, sir. vielen dank”, rief ich ihm hinterher, während mir der nun breiige knödel langsam den nacken hinunter rutschte und schließlich in meinem hemd verschwand.

einen haufen wehrloser indianer

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 25 Jun 2008 20:05

“george w. bushs lieblingsgemälde zeigt einen reitenden cowboy.”
“wie er gerade einen haufen wehrloser indianer erschießt, um an deren rohstoffe zu kommen?”
“ähm, nein.”
“wie er gerade die wehrlosen indianer erschießt, weil er sie für die achse des bösen hält?!”
“nein, auch das nicht. das bild zeigt einfach nur einen cowboy, wie er auf seinem klepper einen berg hinunter reitet, ein paar sträucher und felsen, aber keine indianer.”
“keine indianer?”
“keine indianer.”
“hm. dann befinden sich die indianer sicherlich hinter dem berg. oder besser gesagt: ihre leblosen körper befinden sich dort. eben noch haben sie friedlich am lagerfeuer gehockt und ein paar fröhliche indianische volkslieder gesungen, und im nächsten moment kommt cowboy george über den hügel geritten und schlachtet die wehrlosen rothäute ab, einfach so, nennt sie böse menschen und klaut ihnen anschließend ihre ganzen rohstoffe.”
“äh…”
“wieso wundert es mich eigentlich nicht im geringsten, dass dieses bild das lieblingsgemälde von george w. bush ist?”

mein ehemaliger nachbar mr. miyagi

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 23 Jun 2008 20:36

in der wohnung über mir wohnte bis vor kurzem noch dieser kleine japaner, den sie vielleicht noch aus dem fernsehen kennen. seine bekannteste rolle war wohl die, in der er als zwergenhafter japanischer karate-meister einem kid auf recht unkonventionelle weise karate beibrachte, so dass dieses kid dann alle seine feinde ordentlich vermöbeln konnte. karate kid hieß dieser film, und mein ehemaliger nachbar mr. miyagi.

als mr. miyagi noch in der wohnung über mir wohnte, habe ich ihn alle nase lang gefragt, ob er mir nicht auch karate beibringen könne. schließlich kenne ich genug leute, die eine ordentliche tracht prügel durchaus verdient hätten. doch mr. miyagi weigerte sich beharrlich, mich in karate zu unterrichten. er schüttelte immer nur seinen kleinen, eierförmigen kopf und schlug mir jedes mal die tür vor der nase zu, noch bevor ich ihm die essstäbchen aus schwarzem bambus, die ihm die entscheidung erleichtern sollten, überreichen konnte. diese regelmäßige abfuhr machte mich natürlich irgendwann ziemlich wütend, so dass ich mr. miyagi schließlich auch auf die liste der leute setzte, die eine ordentliche tracht prügel durchaus verdient hätten (direkt hinter johannes b. kerner).
als ich vor etwa einem monat einen neuen versuch startete und mr. miyagi ein weiteres mal fragte, ob er es sich vielleicht doch noch anders überlegt hätte, schüttelte er wieder nur seinen eierkopf. da ich zudem glaubte, ein grinsen in seinem gesicht erkannt zu haben, habe ich ihm die bambusstäbchen kurzerhand in die schmächtigen schultern gerammt, ehe der kleine japaner die tür zumachen oder sonst wie reagieren konnte. ich war selbst von mir überrascht, wie schnell und zielsicher doch meine bewegungen waren, aber auch ein klein wenig enttäuscht, dass der japaner nicht flink ausgewichen war, wie man es von einem karate-meister eigentlich hätte erwarten können. ohne die essstäbchen – die übrigens schweineteuer waren – bin ich schließlich zurück in meine wohnung gegangen.
letzte woche ist mr. miyagi dann klammheimlich ausgezogen, ohne sich von mir zu verabschieden, was ich ziemlich schade fand.

“hm. ich glaube ja, dass der kleine japaner gar nicht mr. miyagi aus karate kid war”, meinte simon, nachdem ich ihm die geschichte erzählt hatte. “ich glaube sogar, dass er noch nicht einmal japaner war.”
“sondern?”
“ein kleiner italiener.”
“was? wie kommst du denn darauf?”, wollte ich von meinem freund mit der formicophilie wissen.
“weil auf dem schild neben seiner klingel nicht miyagi sondern moretti stand. fabrizio moretti, was sich ja nun mal wirklich nicht japanisch anhört.” simon machte eine pause, bevor er sagte: “und außerdem ist mr. miyagi von einigen jahren verstorben.”
ich schaute simon eine weile lang schweigend an, wobei ich mir überlegte, ob ich meinen klugscheißenden freund nicht auch auf meine liste setzen sollte.
“ich erkenne doch einen japanischen karate-meister, wenn ich ihn sehe”, sagte ich schließlich, und: “warst du eigentlich schon wegen dieser ameisen-sache beim arzt?”

mit der kompletten nationalmannschaft

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Sa 21 Jun 2008 12:39

jogi meinte, dass er an dem tag vor dem endspiel der europameisterschaft, also in genau einer woche, mit der kompletten nationalmannschaft nach ginsheim fahren wird. mit poldi, schweini, lahmi, klosi und wie sie alle heißen. ja, und das nur, um dem unglaublichen herrn schoss und meiner wenigkeit beim lesen zu zuhören.
“wir wollen einen entspannten abend verbringen, herzhaft über die vorgetragenen texte lachen und so kraft tanken für das endspiel”, sagte er mir heute morgen, “um dann einen tag später europameister zu werden.”
das zu hören, hat mich natürlich sehr gefreut. jetzt muss deutschland eigentlich nur noch ins finale kommen. aber jogi und ich, wir haben da nicht die geringsten zweifel.

wenn auch sie uns beim lesen zuhören wollen, dann ab ins kurshaus nach ginsheim.
(aber jetzt noch nicht, erst am 28.06.)

schlimm, was er mit uns macht

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 18 Jun 2008 20:40

“manchmal wäre es mir lieber, wenn er uns einfach nur tot treten würde.” sonny die ameise blickte äußerst verbittert drein. “das machen die anderen menschen doch auch, warum kann er das nicht tun?”
“was, von wem redest du?”, wollte georgi wissen.
“ich rede von dem komischen typen, der in diesem riesigen kasten dort drüben wohnt.”
“ach so, den meinst du. hm. ich finde das gar nicht so schlimm, was er mit uns macht.”
“das ist schön, dass du das gar nicht so schlimm findest”, meinte sonny ein wenig eingeschnappt. “ich aber finde, dass…”
“oh.”, unterbrach georgi seinen kumpel.
“was?”, fragte dieser.
“da… da kommt er. und er ist nicht allein.”
einige sekunden verharrten die beiden ameisen regungslos, bevor sie die beine in die hand namen und in der nächstbesten spalte im asphalt verschwanden.

“also simon, ich weiß ja nicht”, sagte ich und blieb neben der spalte im asphalt stehen, in der nur wenige augenblicke zuvor zwei ameisen verschwunden waren. “normal ist das nicht.”
“hm, ja. ich weiß”, meinte simon kleinlaut. “aber ich kann einfach nicht anders. das… das sexuelle verlangen, mir ameisen über den piemel laufen zu lassen, ist einfach zu… zu groß.”
simon schaute mich gequält an. sein sexuelles verlangen war ihm sichtlich unangenehm.
“formicophilie”, sagte ich nach einer weile.
“was?”, fragte simon.
“so nennt man das, was du hast. formicophilie”, wiederholte ich. “und ich denke, du solltest damit mal zum arzt gehen.”
simon überlegte kurz und nickte dann schweigend, während ich glaubte, eine ameise irgendwo unter uns erleichtert aufatmen zu hören.

wie dieser lulli

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 16 Jun 2008 20:16

“auweia. wie hast du das denn geschafft?”, fragte mich jochen, doch ich antwortete ihm nicht. ich war zu sehr damit beschäftigt, unter den schmerzen, die mir der rostige nagel in meinem großen zeh bereitete, das gesicht zu verziehen und leise zu wimmern.
“jetzt werden sie dir den zeh wohl abnehmen müssen”, meinte jochen, und ich unterbrach augenblicklich mein jammern.
“mir… mir wird hier niemand etwas abnehmen”, keuchte ich fest entschlossen, meinen zeh bis aufs letzte zu verteidigen.
“hm. das hat jean-baptiste lully auch gesagt”, meinte jochen, und als er meinen fragenden blick bemerkte, ergänzte er: “ein komponist aus dem 17. jahrhundert.”
“hat der sich auch aus versehen einen nagel in den zeh gehauen?”, fragte ich meinen freund mit dem überaus beeindruckendem allgemeinwissen.
“nein. der hat sich mit seinem dirigentenstab in den fuß gestochen, was aber auch nicht weniger ungeschickt ist.” jochen grinste mich dämlich an, und wenn ich nicht am boden festgenagelt gewesen wäre, hätte ich ihm sein dämliches grinsen aus dem gesicht gequetscht. “naja”, fuhr jochen unbeirrt grinsend fort, “jedenfalls zog er sich dadurch eine schlimme blutvergiftung zu. und da er sich weigerte, sich den fuß fachmännisch amputieren zu lassen, obwohl er ihn zum dirigieren ja eigentlich gar nicht brauchte, verstarb er nur ein paar monate später unter großen schmerzen.”
das gab mir zu denken. die großen schmerzen hatte ich schließlich jetzt schon.
“okay”, sagte ich, nachdem ich vor- und nachteile abgewogen und eine entscheidung getroffen hatte, “vielleicht hast du recht.”
ich deutete auf den alten werkzeugkasten links von mir. “da drin findest du eine stichsäge. wenn du vielleicht so freundlich wärst, mir den zeh abzunehmen, bevor ich qualvoll an wundbrand sterbe wie dieser lulli, wäre ich dir sehr verbunden.”
jochen nickte und wirkte nun irgendwie freudig erregt. wahrscheinlich hatte er schon immer jemanden etwas auf diese weise entfernen wollen.
“gerne”, meinte er nur, kramte die stichsäge aus dem werkzeugkasten hervor und begann, mir den kompletten fuß abzusägen, noch bevor ich ihn darauf hinweisen konnte, dass es der zeh vermutlich auch getan hätte.

sicherlich nicht zum besseren

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 12 Jun 2008 21:04

“die zeiten haben sich geändert”, meinte ich, und simon nickte zustimmend.
“es ist noch gar nicht so lange her”, fuhr ich fort, “da habe ich die frauen reihenweise um den finger gewickelt. um den kleinen finger, um den ringfinger, den zeigefinger… wie ich wollte. sogar um den daumen habe ich sie gewickelt. ein kecker spruch, und rubbeldiekatz, schon lagen sie mir zu füßen, meistens nackt.”
“was hast du zu ihnen gesagt?”, wollte simon wissen.
“ich habe einfach nur gesagt, mit tiefer stimme und einem lächeln auf den lippen: top frisiert, top gestylt… baby, wo lässt du schneidern?”
simon schaute mich ungläubig an. “und das hat geklappt?”
“immer. man mag es kaum glauben, was?”
“in der tat.”
“aber heute… heute schauen mich die frauen nur schief an, wenn ich meinen spruch bringe. als wäre ich ein… ein bauer, der eine frau sucht.”
“tja, die zeiten haben sich wohl wirklich geändert”, sagte simon, und dieses mal war ich es, der zustimmend nickte.
“ja, das haben sie”, sagte ich. “und sicherlich nicht zum besseren”, fügte ich leise hinzu.

seine gliederpuppe aus holz

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 10 Jun 2008 20:22

peter fielen vor ärger drei zähne aus, als er feststellte, dass seine gliederpuppe aus holz, die er sich bei einem gliederpuppenhändler im internet bestellt hatte, gar kein glied besaß.
“so ein mist”, fluchte er und warf die gliedlose gliederpuppe in den müll.
“ich finde es ja auch kacke, kein glied zu haben”, rief die gliederpuppe zu ihm hoch, doch peter, der gerade einen aschenbecher über der puppe entleerte, beachtete sie gar nicht. “aber das ist noch lange kein grund, mich einfach so wegzuwerfen”, sagte die gliederpuppe und hustete wegen der asche. “oder asche über mir auszukippen.”
dann kratzte sie sich an der gliedfreien stelle zwischen ihren beinen und seufzte leise.

hitchcock mit 26 jahren

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 9 Jun 2008 20:43

“ich lese hier gerade”, meinte norbert und schaute von seiner zeitschrift auf, “dass alfred hitchcock mit 26 jahren noch nicht wusste, dass frauen eine monatsblutung haben.”
ich zuckte mit den schultern. “ich wusste mit 26 jahren noch nicht einmal, dass frauen keinen rüpel haben.”
norbert starrte mich ungläubig an.
“du kannst mir doch nicht erzählen, dass du mit 26 noch keine einzige freundin hattest.”
“oh doch, ich hatte bis dahin einige freundinnen”, sagte ich. “aber die hatten irgendwie alle einen… rüpel.” norbert intensivierte seinen ungläubigen blick und schüttelte kaum merklich seinen kopf. “ich dachte, das muss so sein”, erklärte ich ihm.
“du… du hattest männliche freundinnen, ohne es zu merken?!”, hakte mein freund nach, und ich nickte.
“sie hatten wunderschöne haare. und überaus weiche…”
“stopp. das… das will ich gar nicht wissen”, meinte norbert und schüttelte sich einmal kurz durch, bevor er schließlich sagte: “und wann bist du dahinter gestiegen, dass frauen sich unter anderem dadurch von männern unterscheiden, dass sie keinen… rüpel haben?”
“als ich mit 26 meine erste freundin ohne rüpel hatte. erst dachte ich, sie sei krank oder hätte einen schlimmen geburtsfehler, weil ihr da unten etwas fehlte. aber als ich sie darauf ansprach, lachte sie nur und meinte, ich sei ziemlich niedlich. aber auch ein klein wenig doof. und dann klärte sie mich über den kleinen unterschied auf.” mein blick verfing sich in der vergangenheit. “in dieser nacht haben wir es siebenundzwanzig mal getan. und ich kann dir sagen, es war phantastisch. viel schöner als die vielen male…”
“ah”, rief norbert und begann wieder, sich zu schütteln.
“alles in ordnung?”, fragte ich ihn, als er gar nicht mehr damit aufhören wollte, doch norbert ignorierte mich.

einen speziellen jubel-move

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Sa 7 Jun 2008 09:39

während es in anderen unternehmen üblich ist, den werten kollegen einen auszugeben, wenn man in den urlaub geht, muss man bei uns schon eine runde geben, wenn man nur mal eben auf toilette geht. da wir über zweihundert mitarbeiter haben und ich unglücklicherweise eine babyblase, arbeite ich quasi nur für den stündlichen toilettengang. und um die kredite zurück zu zahlen, die ich deswegen aufnehmen musste.

die europameisterschaft geht heute endlich los, und wie zu jeder em und wm habe ich mir auch dieses mal wieder einen speziellen jubel-move ausgedacht und einstudiert, den ich bei jedem tor der deutschen mannschaft ausführen werde. leute, die mit mir fußball schauen, können sich schon mal freuen. alle anderen werden leider nie erfahren, was ich mir dieses jahr spektakuläres ausgedacht habe.

sogar eine penektomie

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 5 Jun 2008 20:35

“bist du sicher, dass du das machen willst?”, fragte mich simon, und ich nickte lächelnd.
“ich bin mir zu hundert prozent sicher”, sagte ich.
“hm. ich würde es mir an deiner stelle noch einmal überlegen. sicher, du verdienst einen schönen batzen geld – eunuchen werden in indien auf hochzeiten für ihre guten wünsche außerordentlich gut bezahlt -, aber mir persönlich wäre der preis dafür ein… sagen wir, klein wenig zu hoch.”
“welcher preis?”, fragte ich simon, der mich nun verdutzt anschaute und einige sekunden sprachlos war.
“ähm…”, meinte er schließlich, “dir ist doch hoffentlich klar, dass man als eunuch gewisse… voraussetzungen mitbringen muss, oder etwa nicht?”
natürlich war mir das klar. schließlich hatte ich mich vorher gut über eunuchen und deren tätigkeit informiert.
“man muss auf jeden fall ein mann sein”, begann ich zu erklären, “und sich in bunte kleider hüllen, spitze schuhe mit bömmel tragen und seine stimme verstellen, wenn man mit jemanden spricht. in etwa so.” ich verstellte meine stimme, so dass sie sich wie die eines eunuchen anhörte.
“das ist… äh, durchaus richtig”, bestätigte simon. “bis auf das mit der stimme verstellen. allerdings hast du anscheinend völlig übersehen, dass man auch kastriert sein muss, um ein richtiger eunuch zu sein. bei einigen eunuchen wird sogar eine penektomie durchgeführt.”
“eine… penektomie?! das hört sich nicht gut an”, fand ich. “was zur hölle ist denn das?”
“bei einer penektomie wird einem der schniepel entfernt”, sagte simon, und ich zuckte unweigerlich zusammen.
“oh. das… das ist dann in der tat nicht so gut.”
“nein, das ist es nicht.” simon schüttelte den kopf und legte seine hand freundschaftlich auf meine schulter. “es sei denn, du hast ohnehin vor, für den rest deines lebens enthaltsam zu leben.”
ich musste nicht lange überlegen.
“um gottes willen, nein. das ist das letzte, was ich vorhabe”, sagte ich nachdenklich. “zumal das einigen frauen gar nicht gefallen würde.” ich dachte an meine guten freundinnen megan fox, eva mendes und keeley hazell, und an das, was wir vier letzte nacht so alles getrieben haben. “nein”, wiederholte ich, “das würde ihnen ganz und gar nicht gefallen. und mir übrigens auch nicht.”
“das kann ich mir vorstellen”, meinte simon, obwohl er letzte nacht nicht dabei war.
mit dem gefühl, gerade noch mal die kurve gekriegt und eine verhängnisvolle entscheidung vermieden zu haben, ging ich zum kühlschrank und holte uns noch zwei bier.

einfach nur fett

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 3 Jun 2008 21:45

“so etwas kannst du doch nicht sagen”, meinte ich zu jochen, als elke sich von uns verabschiedet hatte und wir wieder allein waren.
“was denn?”, fragte er.
“na, was du eben gesagt hast. ‘bist du schwanger oder einfach nur fett?’, das geht gar nicht.”
“hm, wieso das denn?”
“weil das verletzend ist”, erklärte ich meinem freund.
“aber ich dachte wirklich, dass elke schwanger ist”, meinte jochen und schaffte es tatsächlich, unschuldig zu gucken. “außerdem glaube ich nicht, dass ich sie damit verletzt habe.”
“sie hat angefangen zu heulen”, sagte ich nur.
“weil sie heuschnupfen hat.”
“hmhmm, klar.” ich schüttelte meinen kopf, bevor ich sagte: “ich glaube, sie hat irgendwas mit der schilddrüse.”
“und deswegen fängt man plötzlich an zu heulen?”
“nein, deswegen hat sie so zugelegt.”
“oh. das habe ich nicht gewusst.” jochen schien über etwas nachzudenken. “meinst du, der dicke herbert hat auch was an der schilddrüse?”, fragte er schließlich, und ich zuckte mit den schultern. “oder denkst du, er… er ist schwanger?!”
“ich denke”, sagte ich schließlich, um das gespräch an dieser stelle einigermaßen vernünftig zu beenden, “herbert ist einfach nur fett.”

wortakrobaten, das sind sie

es schrub christian s. in lesungen — christian s. Mo 2 Jun 2008 23:10

“guten morgen, sir”, sagte ich zu meinem chef und machte einen höflichen diener. er hatte mich kurz zuvor in sein büro gerufen.
“und?”, sagte mein chef, ohne zeit mit begrüßungsfloskeln zu verschwenden. “schießen sie los.”
“was meinen sie, sir?”
“ihre lesung gestern. ich hätte gerne von ihnen gewusst, wie es war.”
“oh, es war gut… denke ich. die leute haben gelacht und geklatscht. sogar als… als ich gelesen habe.” ich lächelte meinen chef verlegen an.
“die leute haben sie ausgelacht!?” er hob eine buschige augenbraue.
“oh nein, nein. sie haben über die sachen gelacht, die ich gelesen habe.”
“hm”, meinte er nur wenig begeistert.
“aber das sollten sie ja auch”, fuhr ich schnell fort. “es waren… lustige texte.”
mein chef musterte mich kritisch. dann nickte er.
“sie haben nicht allein gelesen?”
“um gottes willen, nein, sir. das hätte ich mich gar nicht getraut. und außerdem wäre dann doch niemand zu der lesung gekommen.”
“hmhmm. ich nehme an, die anderen beiden haben auch ihre texte vorgelesen.”
“nein. nein, sir. die beiden haben ihre eigenen texte vorgelesen.”
ich erntete einen eisigen blick.
“fabelhafte… texte, wirklich.”
“soso. und wie heißen die beiden, wenn ich fragen darf?”
“natürlich dürfen sie fragen, sir, sie sind mein chef. also der eine, das ist der wunderbare herr schoss, und der andere ist der einzigartige herr schmidt. die beiden waren wirklich…”
“sind das akrobaten?”, unterbrach mich mein chef.
“akro… wieso?”
“wegen der adjektive vor ihren namen. wunderbarer herr schoss, fabelhafter herr schmidt… das klingt für mich nach akrobaten.”
ich überlegte kurz.
“man könnte sie durchaus als wortakrobaten bezeichnen, sir”, sagte ich schließlich, “ja, wortakrobaten, das sind sie.”
in dem moment fing das rote telefon meines chefs an zu klingeln. er gab mir ein eindeutiges zeichen, sein büro zu verlassen, was ich rückwärts kriechend auch umgehend tat.

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alle drei zusammen

mein dank an dieser stelle noch einmal an die unglaublichen mitleser, die traumhaften zuhörer und an alle, die an diesem abend und im vorfeld geholfen haben.

es hat verdammt viel spaß gemacht.

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.