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frau schnute, die hat es ihm wirklich angetan

es schrub christian s. in frau schnute — christian s. Do 31 Mai 2007 19:45

“ich hätte gerne eine flasche von dem liebestrank nr. neun”, flüsterte ich.
die alte zigeunerin drehte sich zu mir um und starrte mich mit ihren ergrauten augen an.
“was?”, krächzte sie.
“ich hätte gerne eine flasche von dem liebestrank nr. neun”, sagte ich, dieses mal etwas lauter. “für einen freund.”
die alte musterte mich.
“ah. für freund”, sagte sie schließlich und lächelte mich an. goldene zähne blitzten mir entgegen. “ich verstehen.”
“wissen sie”, begann ich zu erklären, “mein freund, er sieht ja wirklich nicht übel aus. aber irgendwie klappt das mit den frauen nicht so richtig. und diese eine, frau schnute, die hat es ihm wirklich angetan.”
“ah, ja. haha. du nicht müssen weiter reden”, lachte die alte. “ich verstehen. haha.”
dann drehte sie sich um und nahm eine flasche aus dem regal, in der eine grüne flüssigkeit auf eigentümliche weise zu brodeln schien.
“hier”, sagte die zigeunerin, reichte mir die flasche und zwinkerte mir verschwörerisch zu. “sagen sie freund, ist geschenk von mir.”
“oh”, sagte ich. “das ist aber nett von ihnen. da… äh, wird er sich sicher freuen.”
die alte zigeunerin lächelte nur, als ich mich verabschiedete und ihr kleines zelt verließ.

seit einiger zeit nahezu unbeachtet

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 30 Mai 2007 21:00

als ich gestern meinen kopf in das marmeladenglas steckte, das schon seit einiger zeit nahezu unbeachtet in der hintersten ecke meines schranks stand, blickte mir ein pferd entgegen und wieherte erfreut auf. es rannte einige male aufgeregt von links nach rechts und wieder zurück, schüttelte seine mächtige mähne und sprang schließlich über einen bären, der ein boot hinter sich herzog. scheinbar freute es sich sehr, mich zu sehen.
“ruhig, brauner”, sagte ich zu dem pferd, das eigentlich grün war und direkt vor meiner nase stehen blieb. es strahlte, wie ich selten ein pferd habe strahlen sehen, über beide ohren, und ich strahlte zurück.
“du hast sie dabei, nicht wahr?”, sagte das pferd. “komm, sag schon. du hast sie dabei.”
“ich… äh, habe was dabei?”, fragte ich.
“na, die pflaumen natürlich”, sagte das pferd, wieherte laut und schüttelte dabei seine türkisfarbene mähne.
“ah, natürlich. die… pflaumen”, wiederholte ich. “ne, die habe ich wohl vergessen”, gab ich zu.
das pferd strahlte nun nicht mehr, blickte mich nur ernst an und sagte:
“dann werde ich dir auch nicht sagen, wo das böse gnu die liebliche prinzessin mukulala gefangen hält.”
“hm”, meinte ich daraufhin. “ich glaube, das ist mir egal. ich kenne keine prinzessin mukulala.”
“bist du denn nicht ritter watzlaff?”, fragte das pferd überrascht.
ich überlegte kurz, ob ich ritter watzlaff war, und sagte schließlich:
“nö”, denn ich war tatsächlich nicht dieser ritter mit dem doofen namen.
“das erklärt natürlich die sache mit den pflaumen”, wusste das grüne pferd. “ritter watzlaff hat immer pflaumen dabei.”
“ich habe immer minzpastillen dabei”, sagte ich, wühlte in meiner hosentasche und zog zum beweis eine minzpastille hervor, die ich dem pferd unter die nüstern hielt.
das pferd schnüffelte misstrauig an der pastille, als mich plötzlich etwas ziemlich hartes am kopf traf und leblos zu boden fiel. eine getrocknete pflaume. eine zweite streifte mein ohr, eine dritte traf mich genau zwischen den augen, wodurch ich das bewusstsein verlor.
als ich wieder erwachte, fühlte sich mein kopf ziemlich lädiert an und sah auch so aus, steckte aber nicht mehr in dem marmeladenglas, das zersplittert neben mir auf dem küchenboden lag. von dem pferd fehlte jede spur, und so nahm ich eine der getrockneten pflaumen, die ebenfalls neben mir auf dem boden lag, befreite sie von schmutz und splittern und steckte sie mir in den mund.
lecker, dachte ich, während ich die zweite pflaume säuberte.

so wahr ich hier stehe

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 29 Mai 2007 17:10

“hallo jungs. ich bin der antichrist.”
“was, du?!”
“yep. so wahr ich hier stehe.”
“aber du hast doch noch nicht einmal pickel. und hinken tust du auch nicht.”
“aber ich habe fürchterliche fußfäule.”
“uh. tatsächlich?”
“soll ich euch zeigen?”
“ne, lass mal. wir… äh, glauben dir auch so.”
“schön. dann… ja, macht’s mal gut.”
“okay. bis dann mal.”

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so. das antichrist-thema ist jetzt definitiv durch. versprochen.

von sehr geringem verstand (2)

es schrub christian s. in von sehr geringem verstand — christian s. Do 24 Mai 2007 20:00

“pu.” der bär stöhnte. das boot, das er hinter sich herzog, war sehr groß. und schwer.
“warum… warum ziehst du ein… ein boot hinter dir her?”, fragte das kleine ferkel, das zitternd am wegesrand stand und vor dem boot angst zu haben schien.
“oh”, sagte der bär und blieb erschöpft stehen. “wenn die erde plötzlich überflutet wird, das kann ja immer mal passieren, dann kletter ich schnell in mein boot und muss nicht qualvoll ertrinken.”
das ferkel zitterte bei dem gedanken, qualvoll zu ertrinken, noch ein wenig mehr.
“hm”, meinte das kaninchen, das hinter einem baum hervorgehoppelt kam, “es stimmt, was sie sagen. du bist wirklich ein bär von sehr geringem verstand.”

so schnell wie ulrich

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 23 Mai 2007 18:27

“ulrich fährt jetzt neuerdings fahrrad.”
“schnell?”
“oh ja. verteufelt schnell.”
“dann ist er bestimmt gedopt*.”
“habe ich mir auch schon gedacht. so schnell wie ulrich fährt kein anderer junge in seinem alter.”
“bestimmt eigenurindoping. das machen ja jetzt viele fahrradfahrer. wenn nicht sogar alle.”
“wird man ihm wohl nicht nachweisen können.”
“das stimmt leider.”
“hm. wir sollten es trotzdem seiner mutter sagen.”

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*oder der antichrist

weil sie ein hinkebein hat

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 21 Mai 2007 19:27

“jochen ist wohl doch nicht der antichrist.”
“doch nicht?! wer sagt das?”
“meine mutter.”
“hm. aber er hat doch so viele pickel.”
“das habe ich ihr auch gesagt.”
“und?”
“sie hat gelacht und meinte, dass nicht gleich jeder der antichrist ist, nur weil er ein paar pickel hat.”
“hm.”
“außerdem geht sie davon aus, dass es nur einen antichristen gibt, und nicht mehrere.”
“hat sie auch gesagt, wer das sein soll?”
“ja. frau nasenzahn.”
“unsere mathelehrerin?! heiliger bimbam. wieso denn gerade die?”
“weil sie ein hinkebein hat. und außerdem schwitzt sie viel.”
“junge, junge. stimmt. irgendwie habe ich es schon immer geahnt.”
“ja. ich auch.”

vor kurzem noch jemand getanzt

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Fr 18 Mai 2007 20:03

“tanzspuren”, sagte inspektor mörso und rieb sich das kinn, “hier hat vor kurzem noch jemand getanzt.”
“vielleicht ein bär”, schlug browser vor. “ein tanzbär.”
“hier gibt es keine bären”, sagte frank der bär, drehte sich um und tanzte geschmeidig davon.

danke, herr norris

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 15 Mai 2007 19:47

“und du hältst mich wirklich für chuck norris?”, fragte ich den kleinen jungen, der mir ein foto von chuck norris unter die nase hielt und ein autogramm von mir haben wollte. “ich meine, ich habe doch noch nicht einmal einen bart.”
der kleine junge schaute mich mich mit großen augen an und wirkte ein wenig enttäuscht.
“du bist nicht… chuck norris?!”
“nein, mein kleiner. tut mir leid”, sagte ich.
“oh”, meinte der junge und blickte traurig zu boden. “ich… ich dachte, sie wären… herr norris.”
der kleine junge war augenscheinlich den tränen nahe.
“hey”, flüsterte ich ihm daher zu. “du hast natürlich recht, ich bin tatsächlich chuck norris. das darf nur keiner wissen. sonst wollen sie alle ein autogramm von mir.”
ich zwinkerte dem kleinen jungen verschwörerisch zu, und er strahlte über beide ohren. dann unterschrieb ich ihm das foto von chuck norris.
“danke, herr norris”, sagte der kleine junge, drehte sich um und hüpfte fröhlich davon.
“gern geschehen”, rief ich ihm noch hinterher, als mich plötzlich etwas an der schulter berührte.
“du bist nicht chuck norris”, sagte der mann mit der tiefen stimme, der plötzlich hinter mir stand und chuck norris verblüffend ähnlich sah.
“ich… äh, nein. ich…”
ich bin chuck norris”, behauptete der fremde, und ich glaubte ihm.
bevor ich ihn fragen konnte, ob er mir ein autogramm geben könne, setzte chuck auch schon zu einem roundhouse kick an und donnerte mir schwungvoll seinen fuß ins gesicht.

phodopus sungorus (48)

es schrub christian s. in phodopus sungorus — christian s. Mo 14 Mai 2007 19:14

“hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?”
“ich bade.”
“in einer schüssel mit… honig?!”
“na, warum denn nicht?”
“weil das zeug klebt wie nichts gutes, du dich gleich nicht mehr bewegen kannst und ich dich dann von dem honig befreien muss.”
“hm. da könnte was dran sein.”
“da ist mit sicherheit was dran.”
“dafür schmeckt es aber auch besser als badewasser.”

auf die harte tour

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 10 Mai 2007 20:14

“machen wir es halt auf die harte tour”, sagte ich und rammte robert zeige- und mittelfinger meiner rechten hand bis zum anschlag in die nase. “na, wie gefällt dir das?”, fragte ich ihn.
robert sagte kein wort, doch sah es so aus, als würde es ihm ganz und gar nicht gefallen. er verzog sein gesicht zu einer wütenden grimasse. dann holte er aus und bohrte mir seinen rechten zeigefinger ins linke ohr. den linken zeigefinger drückte er mir tief ins rechte ohr, bis sein fingernagel mein trommelfell kitzelte, was ich aber nicht so lustig fand. als sich seine fingerspitzen schließlich in meinem kopf berührten, brüllte ich vor schmerzen auf.
“und wie gefällt dir das?”, war es wohl, was er mich fragte. ich konnte es nicht mehr hören.

von sehr geringem verstand (1)

es schrub christian s. in von sehr geringem verstand — christian s. Mi 9 Mai 2007 22:45

“pu.” der bär stöhnte unter der last des hauses, das er auf seinen schultern trug.
“warum trägst du ein haus mit dir rum?”, fragte das kaninchen, das am wegesrand hockte und den bären dabei beobachtete, wie er schwerfällig vorwärts taumelte.
“oh”, sagte der bär, blieb wankend stehen und stellte das haus neben sich ins gras. “wenn ich mein haus immer bei mir habe, dann bin ich überall zu hause. wie eine schnecke.”
“hm”, meinte daraufhin das kaninchen, “es stimmt, was sie sagen. du bist wirklich ein bär von sehr geringem verstand.”

ein toller seilchenspringer

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 7 Mai 2007 21:31

er hatte einen schild um den hals hängen, auf dem ‘norbert’ stand. also blieb ich vor ihm stehen und sagte:
“hallo norbert.”
norbert sagte erstmal nichts und beobachtete durch seine sonnenbrille die wolken über uns.
gerade als ich mich umdrehen und gehen wollte, brach norbert sein schweigen.
“ich heiße nicht norbert”, sagte er. “mein name ist bruno.”
“äh, gut… bruno. warum trägst du dann ein schild um den hals, auf dem ‘norbert’ steht?”
“da kam diese frau vorbei…”, begann bruno, “sie nannte mich norbert und hat mir dieses schild um den hals gehangen.”
“soso”, sagte ich, “verstehe.” doch in wirklichkeit verstand ich nichts.
“aber ich glaube, es war gar keine richtige frau. ich glaube, es war eine pullerfrau.”
“was zur hölle ist eine pullerfrau?”, fragte ich, und bruno starrte mich durch seine sonnenbrille mit großen augen an.
“eine pullerfrau ist eine… eine frau mit schniepel”, sagte er schließlich und ziemlich ernst.
“aha”, meinte ich und musste schmunzeln. bruno aber verzog keine mine und sagte stattdessen:
“sie hat gesungen, als sie mir dieses schild um den hals gehangen hat. aber es war kein schönes lied. laut hat sie gesungen. und so schief. es brannte in meinen ohren.”
“da haben wir es wieder”, sagte ich, “pullerfrauen können einfach nicht singen.”
bruno hörte meine worte nicht.
“es war eine… eine kakophonie des grauens”, sagte er nur, und verzog dabei sein gesicht zu einer solch grauseligen grimasse, dass mir das schmunzeln verging.
der mann, der nicht norbert hieß, ging vor mir in die knie und jammerte, brabbelte etwas unverständliches, und ich glaube, er hat sogar ein wenig geweint. da wusste ich mir nicht weiter zu helfen, als einfach nur eines der mit sicherheit unsinnigsten und zu gleich lustigsten worte der ganzen welt zu sagen, und so sagte ich:
lochschwagerschwangerschaft.”
bruno jammerte so laut, dass er mich nicht hörte, also sagte ich noch einmal dieses doch ziemlich alberne wort.
der mann vor mir verstummte und blickte zu mir hoch.
“ich kannte mal einen mokunanesischen pferdeschlächter, der wurde lochschwagerschwanger…”
“das ist doch schön.”
“…und starb einen qualvollen tod.”
“oh”, meinte ich und fand dieses wort auf einmal nicht mehr ganz so lustig.
“er war ein sehr guter pferdeschlächter, wenn nicht sogar der beste”, behauptete bruno. “und ein toller seilchenspringer.”
“das… das tut mir leid.”
“er war auch ein hervorragender schlammreiter.”
bruno stand langsam auf und blickte mich durch seine sonnenbrille traurig an. dann legte er mir eine hand auf die schulter.
“und er war ein guter freund. ja, vor allen dingen war er mir ein guter freund.”
ich versuchte, die hand auf meiner schulter zu ignorieren und nickte nur.
“wollen sie mir auch ein guter freund sein?”, fragte bruno.
“ich… äh, weiß nicht. ich meine… ähm… och.”
“wollen sie mir ein guter freund sein?”, wiederholte er seine frage etwas eindringlicher, wobei seine hand meine schulter quetschte, was ziemlich weh tat.
“ach wissen sie… ich, äh… warum eigentlich nicht?”
“das freut mich”, sagte der mann mit dem schild, lächelte und ließ mich schließlich los. dann umarmte er mich, nahm meinen kopf in seine hände und küsste mich auf die stirn.
heilige scheiße, dachte ich, hoffentlich hat mich jetzt keiner gesehen.
“gut, dann werde ich mal…”
“ich möchte ihnen noch meine beiden schwestern vorstellen, bevor sie gehen”, sagte bruno und zog zwei besenstiele hinter seinem rücken hervor, denen er flugs zwei perücken aufsetzte.
“das hier ist margret”, meinte er und wackelte mit dem besenstiel in seiner rechten hand. “und diese hübsche junge dame hier, das ist lulu. sie ist übrigens noch zu haben.”
“äh, hallo ihr zwei”, sagte ich, lächelte unsicher und bewegte mich vorsichtig einige schritte weg von bruno mit dem ‘norbert’-schild und seinen beiden stockschwestern. dann drehte ich mich um und begann zu laufen. so schnell, wie ich noch nie in meinem leben zuvor gelaufen war…

nicht mit dem traktor fahren

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. So 6 Mai 2007 23:18

“eva das glücksschwein musste sterben, nur weil du keine augen im kopf hast”, rief bauer johann außer sich vor wut. “ich habe dir schon tausend mal gesagt, dass du nicht mit dem traktor fahren sollst.”
“das… das wollte ich nicht”, sagte erwin kleinlaut. seine augen waren vor einigen jahren einer mistgabel zum opfer gefallen, und so schüttelte er traurig seinen augenlosen kopf.
“aber ich bin noch nicht tot”, quiekte das glücksschwein, dessen kopf unter dem riesigen rad des traktors hervorguckte. “ich glaube, ich habe nochmal glück gehabt.”
doch die beiden männer hörten es nicht und ließen das arme schwein unter dem reifen zurück.

herr knebelsack bewegte sich weiter

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Fr 4 Mai 2007 20:23

“verschwinde, du elendiges mistviech”, brüllte der alte herr knebelsack und schlug mit seinem gehstock nach dem elendigen mistviech, das viele frauen (und wohl auch einige männer) als niedliches hoppelhäschen bezeichnet hätten, und das in wirklichkeit ein kaninchen war.
das kaninchen beobachtete gelassen herrn knebelsack und den stock, der gut einen meter an seinem kopf vorbeisauste, ohne großen schaden anzurichten.
“harr, verdammt. flinkes ding”, fluchte der alte mann und stützte sich erschöpft auf seinem stock ab, während ein zweites kaninchen angehoppelt kam und sich neben das erste ins gras setzte.
“hat er wieder versucht, nach dir zu schlagen?”
“ja, das hat er”, sagte das erste kaninchen. “ich möchte wirklich mal wissen, was ich ihm getan habe.”
“ha”, schrie herr knebelsack, der gerade das zweite kaninchen bemerkt hatte. “hier scheint wohl irgendwo ein rattennest zu sein.”
“hat er uns gerade als ratten bezeichnet?”, fragte das zweite kaninchen und rümpfte empört seine niedliche nase.
“hm. vielleicht denkt er ja wirklich, dass wir ratten sind?”, meinte das erste kaninchen.
“euch werde ich es zeigen”, drohte herr knebelsack, schwang seinen stock und näherte sich langsam den beiden regungslos im gras hockenden kaninchen. “verdammtes rattenpack.”
“wir sind keine ratten”, sagte das erste kaninchen, und das zweite fügte hinzu:
“wir sind kaninchen.”
doch herr knebelsack bewegte sich weiter überaus langsam auf die beiden kaninchen zu.
“ich glaube, er hat uns nicht gehört”, vermutete das erste kaninchen.
“er sieht schlecht, er hört schlecht… wenigstens ist er nicht sonderlich gefährlich.”
“das stimmt. aber lästig ist er schon irgendwie.”
“naja, was soll’s”, meinte das zweite kaninchen. “was ich dich eigentlich fragen wollte: hast du nicht lust, eine runde zu rammeln? es sollen ein paar ziemlich flotte hasen in der gegend sein.”
“hm. warum eigentlich nicht”, sagte das erste kaninchen. und so sprangen die beiden weg, noch bevor herr knebelsack sie erreichen konnte.
“hey, ihr mistviecher”, brüllte er den beiden kaninchen hinterher. “euch kriege ich noch.”
dann blieb herr knebelsack stehen und ließ sich völlig außer atem ins gras sinken, während die beiden kaninchen jeder menge spaß entgegenhoppelten.

wissen sie, jimmy, wieso ich nicht schwitze?

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 1 Mai 2007 22:03

jimmy, desses zähne ihm vor gut einem jahr vor schreck ausgefallen waren, als ein raketenwurm über seinen blanken fuß lief*, stand im schatten eines baumes, denn in der sonne war es ihm zu heiß. eigentlich war es ihm auch im schatten zu heiß, und so tupfte er sich mit einem taschentuch einige schweißperlen von der stirn. dann schaute er auf die uhr an seinem dürren handgelenk und wartete.
“sie müssen jimmy sein”, sagte der mann, der über dem zahnlosen jimmy im baum hockte und nun begann, hinunter zu klettern. “ich bin ruprecht”, stellte sich der fremde vor, nachdem er geschickt neben jimmy gelandet war.
“äh, hallo”, sagte jimmy, der sich nervös umblickte und weitere schweißperlen von seiner stirn entfernte.
“elendige hitze”, meinte ruprecht, der allerdings keine anstalten machte, zu schwitzen. “wissen sie, jimmy, wieso ich nicht schwitze?”
ruprecht legte jimmy eine völlig schweißfreie hand auf die schulter.
jimmy blickte auf diese hand, schwitzte noch ein wenig mehr, sagte aber nichts.
“ich benutze eine spezial-creme, die alle meine poren schließt.”
der mann grinste. im gegensatz zu jimmy hatte er strahlend weiße zähne.
“wegen dieser creme bin ich hier”, sagte jimmy, und ruprecht nickte.
“ich weiß, jimmy. ich weiß. zoltan hat mich schon unterrichtet.”
“haben sie… die creme dabei?”
“oh ja, natürlich”, sagte ruprecht, und fügte nach einer weile hinzu: “aber sie ist nicht billig.”
“wie viel?”
“fünfzig cent. eine dose.” ruprecht rieb sich das kinn. “alternativ kann ich ihnen aber auch den super-sucker zx-3000 besorgen. mit dem super-sucker können sie sich ihre schweißdrüsen ein für allemal entfernen… was allerdings auch nicht ganz ungefährlich ist.”
“ich… äh, nehme lieber drei dosen von der spezial-creme”, sagte jimmy, der schon von dem super-sucker gelesen hatte, und zog seine geldbörse aus der gesäßtasche.
“okay, wie sie wollen.” ruprecht klopfte drei mal gegen den stamm des baumes, woraufhin eine kleine klappe aufsprang. in dem loch dahinter stapelten sich einige dosen, von denen sich ruprecht drei nahm, bevor er die klappe wieder schloss. er ließ die dosen in eine gelbe plastiktüte fallen und hielt sie jimmy hin. “das macht dann einen euro und fünfzig cent.”
jimmy, der ruprecht und den baum mit großen augen beobachtet hatte, gab ihm das abgezählte geld, bekam dafür die dosen und bedankte sich.
“es hat mich gefreut, mit ihnen geschäfte zu machen”, meinte ruprecht, drehte sich um und begann, wieder auf den baum zu klettern, während jimmy ihm noch einige sekunden mit offenem mund hinterherblickte.

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*es stellte sich kurze zeit später allerdings heraus, dass es gar kein raketenwurm war, der jimmy über den fuß gelaufen war, sondern nur ein stinknormaler regenwurm.

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.