als ich steven seagal in seiner kleinen hütte im westerwald besuchte, hatte ich eine maschine dabei, die eigentlich konstruiert worden war, um emotionen von hunden für menschen verständlich zu machen. da ich wusste, wie sehr es steven bedrückte, seinen gefühlen nicht über die gesichtsmimik ausdruck verleihen zu können, hatte ich vor, ihm diese maschine zu schenken. denn was bei hunden klappt, das sollte doch auch bei steven seagal funktionieren…
“steven, das ist für dich”, sagte ich feierlich und überreichte dem ebenso beliebten wie großartigen darsteller zahlreicher actionfilme mein geschenk. obwohl steven das paket mit ausdrucksloser miene entgegennahm, war ich mir sicher, dass er sich sehr darüber freute.
“danke”, sagte er und schüttelte das paket an seinem ohr, um zu hören, was sich in diesem befand.
“oh, das solltest du besser nicht machen”, riet ich ihm, “geht sonst kaputt.”
steven hörte auf zu schütteln.
“was ist das?”, fragte er, als er die maschine ausgepackt hatte und in seinen klobigen händen hielt.
“eine maschine”, sagte ich und lächelte den kampfkoloss freundlich an. “sie wird dir helfen, anderen menschen deine gefühle verständlich zu machen.” dass die maschine ursprünglich für hunde entwickelt worden war, verschwieg ich ihm vorsichtshalber.
“wirklich?”, fragte steven mit ausdruckslosem gesicht.
ich nickte, nahm ihm die maschine aus der hand und setzte sie ihm auf den kopf. nachdem ich sie justiert hatte, schaltete ich die maschine ein.
“freu dich mal”, sagte ich und blickte gespannt auf den kleinen monitor, der über zahlreiche kabel mit der apparatur auf stevens kopf verbunden war. nichts passierte. “hast du dich schon gefreut?”, fragte ich, als nach einer minute immer noch nichts auf dem monitor zu sehen war.
“ja, drei mal”, meinte steven.
“hm, okay. dann ärger dich doch jetzt mal bitte”, forderte ich steven seagal auf.
steven gab wütende geräusche von sich, während sein gesicht jedoch unverändert blieb. auch der monitor zeigte nicht die geringste veränderung an.
“verdammt, bei hunden funktioniert es doch auch”, dachte ich lauter als beabsichtigt.
“bei hunden?”, fragte steven.
“ähm… nein. ich meine, ja. die maschine ist eigentlich für… hunde”, gab ich zu und ging sicherheitshalber einen schritt zurück, da ich in seinem gesicht nicht ablesen konnte, was er gerade dachte. es war nicht auszuschließen, dass er in diesem moment ziemlich wütend war.
“und bei hunden funktioniert die maschine?”, sagte steven schließlich nach einer weile.
ich nickte. “einwandfrei.”
“schade”, meinte steven nur, nahm sich die maschine vom kopf und legte sie auf den tisch. “hast du einen hund?”, fragte er mich unvermittelt.
“ich… äh, nein. ich habe einen hamster.”
“vielleicht funktioniert sie ja bei ihm”, sagte steven, und ich glaubte, für den bruchteil einer sekunde ein lächeln in seinem gesicht erkannt zu haben.