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phodopus sungorus (65)

es schrub christian s. in phodopus sungorus — christian s. Di 30 Sep 2008 00:09

“hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?”
“ich singe.”
“oh, gut. ich hatte schon befürchtet, du leidest gerade höllenqualen.”
“ich möchte nämlich popstar werden. ein weiblicher popstar.”
“ein weiblicher… popstar? wieso denn ein weiblicher?”
“weil girls in diesem geschäft wesentlich mehr kohle verdienen als boys.”
“hm. ich zerstöre ja nur ungern deinen traum…”
“als ob.”
“aber du bist kein girl. du bist noch nicht einmal ein mensch.”
“bin ich wohl.”
“nein, bist du nicht.”
“okay, bin ich nicht. aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinem aufgefallen wäre.”

der letzte samurai deutschlands

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Sa 27 Sep 2008 11:14

gestern kam bodo, der letzte samurai deutschlands, bei mir vorbei, in voller montur und mit meinen alten iron maiden-cds im gepäck, die ich ihm vor irrsinnig langer zeit mal ausgeliehen hatte.
“hey, klasse”, sagte ich, als ich die cds entgegen nahm. “wusste gar nicht mehr, dass ich die habe.” ich begann auf der stelle, aces high zu pfeifen – was wirklich nicht einfach zu pfeifen ist -, während bodo seinen helm ablegte und tief durchatmete. irgendwas schien ihn zu bedrücken.
“und, was macht das kämpfen?”, fragte ich ihn, nachdem wir uns hingesetzt hatten.
“ach, geht so”, seufzte er, und bevor ich nachfragen konnte, sagte bodo: “ich… ich glaube, das kämpfen ist nichts mehr für mich. es macht mir einfach keinen spaß mehr, halunken die köpfe abzuschlagen.”
“mach keinen quatsch, bodo”, meinte ich zu meinem vielleicht gefährlichsten freund. “du bist der beste samurai, den ich kenne. stark, schnell, absolut schmerzunempfindlich und überaus geschickt im umgang mit schwert und bogen, ein hervorragender schütze.”
der samurai lächelte schwach.
“und außerdem bist du der letzte samurai deutschlands”, fuhr ich fort. “nach dir kommt keiner mehr. wer soll denn den halunken die köpfe abschlagen, wenn du nicht mehr bist?”
bodos schultern zuckten unter seiner rüstung.
“überleg es dir noch mal”, sagte ich und legte ihm eine freundschaftliche hand auf die schulterplatte seiner rüstung. obwohl er sie mir in weniger als einem augenblick hätte abschlagen können, hatte ich keine angst. schließlich war bodo einer meiner ältesten freunde.
“es ist ja nicht nur, dass mir das kämpfen keinen spaß mehr macht”, sagte er. “viel schlimmer ist eigentlich, dass die leute angst vor mir haben.” bodo schaute mich traurig an. “ich will nicht, dass leute angst vor mir haben. dass frauen die straßenseite wechseln, wenn sie mich kommen sehen. dass kinder anfangen zu weinen, wenn ich ihnen den kopf streicheln möchte. dass kassiererinnen schnell in die mittagspause verschwinden, sobald ich meine buttermilch auf das band lege. und dass…”
“ich weiß, was du meinst”, unterbrach ich meinen samurai-freund und dachte über eine lösung seines problems nach. ich musste nicht lange überlegen. “bevor du deine samurai-rüstung endgültig an den nagel hängst, wäre es vielleicht erstmal keine schlechte idee, wenn du nicht mehr die ganze zeit in deiner rüstung rumlaufen würdest”, sagte ich. “batman läuft ja schließlich auch nicht den ganzen tag in seinem kostüm rum.”
“aber dann… dann erkennt ja keiner mehr, dass ich ein samurai bin”, gab bodo zu bedenken, und ich sagte:
“ganz genau. und keiner wird mehr angst vor dir haben. ich würde an deiner stelle auch ab und an mal ein paar tage urlaub machen. du wirst sehen, dann wird dir irgendwann auch wieder das kämpfen spaß machen. da bin ich mir sicher.”
bodo dachte eine weile darüber nach. “vielleicht… vielleicht hast du recht”, meinte er schließlich und lächelte mich an. er wirkte nicht mehr ganz so niedergeschlagen wie noch vor einigen augenblicken, als er mich fragte: “hast du eigentlich noch diesen niedlichen hamster?”
“klar”, sagte ich. “warte, ich hole ihn mal. er wird sich sicher freuen, dich zu sehen.”

nicht wahr, captain gorilla?

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Do 25 Sep 2008 00:01

“ich habe captain gorilla etwas neues beigebracht”, sagte norbert, der ständig versuchte, seinem kater captain gorilla etwas neues beizubringen. “wenn ich ihn etwas frage”, fuhr norbert fort, “und die antwort lautet ‘ja’, dann schnurrt er. wenn die antwort aber ‘nein’ ist, miaut er. nicht wahr, captain gorilla?”
captain gorilla, der neben mir auf dem sofa lag, begann ausgiebig zu schnurren.
“nicht schlecht”, meinte ich. norbert grinste stolz.
“versuch es doch auch mal”, forderte er mich auf, und ich überlegte mir schnell eine frage.
“captain gorilla, bist du tatsächlich ein gorilla?”, wollte ich von dem kater wissen, und er fing augenblicklich an zu miauen.
ich schüttelte ungläubig meinen kopf. “wahnsinn.”
“unglaublich, nicht wahr?” meinte norbert, während er aufstand und in richtung küche schlurfte.
ich betrachtete eine weile den kater, der seinen kopf auf mein bein gelegt hatte. “du scheinst ja wirklich ein intelligenter kater zu sein”, murmelte ich.
“ja, intelligent bin ich wohl”, sagte captain gorilla plötzlich, so dass ich überrascht zusammenzuckte. “allerdings bin ich kein kater”, erklärte er. “ich bin eine katze.”
“donnerwetter”, stieß ich hervor. “du… du kannst ja sogar sprechen.”
“wer kann sprechen?”, fragte norbert, der in diesem moment zurück ins zimmer getrottet kam.
“captain… gorilla”, stotterte ich, meinen blick nicht von dem kater… der katze lassend. “er… ich meine sie… kann sprechen.”
“ach was, der kann doch nicht sprechen”, lachte norbert und setzte sich wieder zu uns. “oder, captain gorilla, kannst du sprechen?”, fragte er die katze, die nun träge ihren kopf hob und einmal kurz miaute. “er ist ein kater”, sagte norbert, da er es nicht besser wusste, und grinste mich schief an. “kater können nicht sprechen.”
“er… er ist kein kater. er ist eine katze”, sagte ich. “das hat sie mir selber gesagt.”
captain gorilla schnurrte zustimmend, während norbert nur ungläubig seine stirn in falten zog.

einfach gleichzeitig die hand

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 23 Sep 2008 00:03

die beiden männer hielten mir zur begrüßung ihre hände hin und brachten mich, da ich nicht wusste, wem ich zuerst die hand geben sollte, in eine äußerst missliche situation. ich war mir sicher, dass derjenige, dem ich als zweiten die hand schütteln würde, sich augenblicklich zurückgesetzt, minderwertig und schlecht fühlen würde. keinem von beiden die hand zu geben, schien mir die schlechteste alternative zu sein – beide hätten dies mit sicherheit als unhöflich empfunden -, also gab ich ihnen einfach gleichzeitig die hand, so dass wir einen geschlossenen kreis bildeten. obwohl keine musik zu hören war, fingen wir an, uns tanzend im kreise zu drehen, erst langsam, dann immer schneller, bis der dickliche mann, der meine linke hand hielt, schließlich so aus der puste war, dass wir mit unserem tanz aufhören mussten.
“puh, das war vielleicht ein spaß”, meinte ich, atmete selber einmal kurz durch und klopfte dem dicken anerkennend auf die schulter, während der andere mann, der hager und mindestens zwei meter groß war, nur trocken nickte.
“das war es”, stimmte er mir zu, auch wenn ihm der spaß – wenn er denn tatsächlich welchen gehabt hatte – nicht anzusehen war. “nichts desto trotz müssen wir sie jetzt mitnehmen”, sagte er und zückte etwas, das er mir vor die nase hielt und ich als polizeimarke identifizierte.
“darf ich fragen, was ich verbrochen haben soll?”, fragte ich überrascht.
“das dürfen sie”, sagte er.
“äh, ja. was zur hölle soll ich denn verbrochen haben?”, wollte ich von den beiden, die sich anscheinend entschlossen hatten, sich alles aus der nase ziehen zu lassen, wissen.
“sie… sie stehen im… verdacht”, keuchte der dickliche mann und hielt mir ebenfalls seine marke hin, “falschgeld in umlauf gebracht zu haben.”
“das… das habe ich nicht”, stieß ich hervor, schließlich hatte ich das selbstgedruckte geld, das ich von simon erhalten hatte, ihm lediglich nach mexiko geschickt. das behielt ich allerdings für mich. “ich habe noch nie etwas mit falschgeld zu tun gehabt”, log ich stattdessen.
“das wird sich zeigen”, meinte der hagere polizist und grinste mich an, als wüsste er mehr. “und jetzt kommen sie bitte mit.”
ich überlegte kurz, ob ich den beiden sagen sollte, dass ich ein detektiv bin, wir also quasi so etwas wie kollegen waren, kam aber schnell zu dem schluss, dass sich dadurch an meiner situation nicht viel ändern würde. also folgte ich dem hageren polizisten, während der andere – immer noch leise vor sich hin keuchend – in einigem abstand hinter uns her trottete.

der ist witzig (2)

es schrub christian s. in der ist witzig — christian s. Mo 22 Sep 2008 00:01

ich habe mir – nachdem mein erster witz neulich so gut angekommen ist – einen neuen witz ausgedacht. und der geht so:

eine rübe, ein bärtiger käfer und herr petri aus dem dritten stock gehen durch den wald.
fragt die rübe: “ist es eigentlich noch weit?”
sagt der bärtige käfer: “ich habe keine ahnung.”
daraufhin bleibt herr petri aus dem dritten stock stehen, mustert eine weile den bärtigen käfer, bevor er diesen schließlich fragt: “seit wann hast du eigentlich einen bart?”

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der ist witzig, oder?

in friedvoller absicht

es schrub christian s. in kennen sie ... ? — christian s. Fr 19 Sep 2008 00:01

kennen sie blossom goodchild?

blossom goodchild ist ein waschechtes medium (und nicht – wie ich zunächst angenommen hatte – eine zwergin aus ankh–morpork). diese blossom goodchild sagt, dass sie kürzlich kontakt zu der “federation of light” – der ein oder andere von ihnen wird diese vereinigung vielleicht auch unter dem namen “galactic federation” kennen – hatte. die nachricht, die blossom goodchild von der föderation erhalten hat, besagt, dass wir am 14. oktober besuch von einem gigantischen raumschiff bekommen werden. es wird aller voraussicht nach nicht in unseren vorgärten landen sondern lediglich am himmel zu sehen sein. aber immerhin – und das ist doch wirklich mal eine gute nachricht – kommen die fremden in friedvoller absicht. sie wollen uns assistieren (wobei auch immer) und hoffnung geben, aber uns nicht zerstören – prima.
mein alter kumpel johnny die ratte, der seit seinen experimenten mit exotischen pilzen ständig irgendwelche nachrichten empfängt, meint allerdings, dass die außerirdischen nicht erst am 14. sondern schon am 04. oktober erscheinen werden, um uns die liebe zu bringen, die wir verdienen. was genau die fremden damit meinen, weiß johnny – “ich empfange diese beschissenen nachrichten nur, ich interpretiere sie nicht.” – allerdings nicht.
ich muss sagen, was das datum betrifft glaube ich eher johnny der ratte – der vor einiger zeit sogar mal kontakt zu der “world wrestling federation” hatte – als dieser blossom goodchild.

(via)

mit einem gutaussehenden naturburschen

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 17 Sep 2008 00:03

“wo zur hölle bist du?”, fragte ich simon, den ich am telefon hatte aber kaum verstand, da die verbindung unglaublich schlecht war. es klang in etwa so, als würde ein nilpferd in der leitung festsitzen und dort jede menge schaden anrichten. “was, mexiko? aber… wieso?”
simon erzählte mir, dass die bundesbank sein selbstgedrucktes geld sofort als falschgeld identifiziert hatte – was mich ehrlich gesagt nicht wirklich verwunderte – und die polizei rufen wollte. doch mein freund hatte sich schnell aus dem staub gemacht und flugs nach mexiko abgesetzt, wo er nun in einer billigen absteige irgendwo in topolobampo hockte, um gras über die sache wachsen zu lassen.
“das ist nicht dein ernst”, sagte ich, nachdem mich simon darum gebeten hatte, ihm das geld zu schicken, das er mir vor einigen tagen geschenkt hatte. “wenn die merken, dass das geld nicht echt ist, stecken die dich sofort in den bau. da kommst du dann so schnell nicht wieder raus. und was die dort mit einem gutaussehenden naturburschen wie dir machen, möchte ich mir gar nicht vorstellen.”
ich tat es trotzdem und erschauderte.
simon meinte nur, ich solle mir keine sorgen machen, da die mexikaner doch tatsächlich glauben, die d-mark sei in deutschland noch immer zahlungsmittel nummer eins und eine starke währung. er erzählte mir noch, was man in topolobampo so alles für eine d-mark bekommen kann und klang dabei so, als hätte er sich schon das ein oder andere amüsement von seinem falschen geld gegönnt.
“na gut, wie du meinst”, gab ich schließlich klein bei, “ich schicke dir das geld. aber pass auf dich auf”, riet ich meinem freund. “und bleib nicht zu lange weg. es kann nämlich gut sein, dass wir bald unseren ersten fall zu lösen haben.”
simon versprach mir, allerhöchstens noch ein oder zwei wochen in topolobampo zu bleiben. er gab mir noch die adresse seines hotels, bevor wir uns schließlich verabschiedeten und das randalierende nilpferd in der leitung wieder sich selbst überließen.

jesus, starr vor entsetzen

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Di 16 Sep 2008 00:09

für einige sekunden ließ ich mich von der feierlichen stimmung mitreißen und sprang – von vollkommener glückseligkeit übermannt – elegant in einen prachtvollen spagat. hundert augenpaare und ein hölzerner jesus, starr vor entsetzen an seinem kreuze hängend, blickten mich ungläubig an, als sei ich der gehörnte persönlich. meine hose – leider nicht ganz so flexibel wie meine beine – hatte der unerwarteten spannung geräuschvoll und ohne große gegenwehr nachgegeben, so dass ein riesiges loch im schritt nun mein am strengsten gehütetes geheimnis schamlos offenbarte.
der pfarrer, mit hochrotem kopf und augenscheinlich um fassung bemüht, stimmte lauthals “danke für diesen guten morgen” an, vermutlich um von dem nur wenig gottesfürchtigen schauspiel abzulenken, während ich versuchte, mich unsichtbar zu machen, indem ich die augen schloss. dem aufgeregten gemurmel, das selbst den tiefen tenor des pfarrers – er bedankte sich gerade singend für jedes kleine glück – überstimmte, musste ich jedoch entnehmen, dass ich anscheinend immer noch sichtbar war. also öffnete ich meine augen wieder, grinste verlegen in die runde und begann, rückwärts und so schnell ich konnte in richtung ausgang zu krabbeln.
kaum draußen angekommen verfehlte gottes zorn mich nur knapp. ein blitz schlug wenige meter neben mir ein, direkt in eine oma, deren rollender stuhl noch ein gutes stück weiter eierte, bevor er schließlich stehen blieb und der verkokelte, vor sich hin dampfende und alles in allem ziemlich leblos wirkende körper der alten frau in sich zusammensackte.
so sieht es also aus, wenn man von einem blitz getroffen wird, überlegte ich, während ich flink zu meinem auto robbte, indem mir blitze – gott sei dank – nichts anhaben konnten…

wie clint eastwood in dirty harry

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 15 Sep 2008 00:04

“in die wohnung über mir ist einer eingezogen, der nennt sich dreckiger harry.”
“weil er so hart und zynisch ist wie clint eastwood in dirty harry?”
“nein, weil er so dreckig ist.”
“hm, verstehe. warum wäscht er sich nicht einfach?”
“weil er sich dann nicht mehr dreckiger harry nennen kann.”
“und wieso will er sich unbedingt dreckiger harry nennen?”
“na, damit alle denken, er wäre so hart und zynisch wie clint eastwood in dirty harry.”

der haken an der sache

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Fr 12 Sep 2008 00:23

“ich bin jetzt millionär”, meinte simon über beide ohren strahlend und wedelte mit einem haufen scheinen vor meiner nase herum.
“herzlichen glückwunsch”, sagte ich überrascht. “hast du im lotto gewonnen?”
“nein.” simon schüttelte den kopf.
“wie bist du dann an das viele geld gekommen?”, wollte ich von ihm wissen.
“ich sage es dir. aber du darfst es keinem verraten, okay?”
“klaro. schieß los.”
“ich habe mir eine gelddruckmaschine besorgt”, flüsterte mein freund und grinste mich dabei schief an. “simon druckt sich sein geld jetzt selber.”
simon, der sich sein geld jetzt selber druckt, zwinkerte mir verschwörerisch zu.
“legal ist das aber sicher nicht”, meinte ich. “wo hast du die maschine denn her?”
“die habe ich mir für ein paar euro im internet gekauft.”
“im internet”, murmelte ich. “hm, klar. da bekommt man ja so gut wie alles.” ich rieb mir das behaarte kinn. “darf ich mal sehen?”, fragte ich meinen freund und deutete auf die scheine in seiner hand.
“die darfst du sogar behalten”, meinte simon großzügig und überreichte mir die scheine. “ich kann mir so viele drucken, wie ich will”, erklärte er mir.
ich nahm die scheine entgegen, betrachtete sie nur kurz und glaubte meinen augen nicht zu trauen. “das sind d-mark-scheine”, stieß ich hervor. “du hast dir d-mark-scheine gedruckt.”
“ja, das ist der haken an der sache”, gab simon ohne umschweife zu. “die maschine druckt leider nur zehn-d-mark-scheine. aber ich habe gehört, dass die bundesbank noch d-mark-scheine eintauscht.”
ich starrte simon eine weile lang ungläubig an. “das… würde ich an deiner stelle aber besser nicht ausprobieren”, riet ich meinem freund.
“ach, lass das mal meine sorge sein”, lachte er fröhlich, drehte sich um und winkte mir zum abschied noch einmal mit einem weiteren bündel blauer d-mark-scheine zu.

die ohren eines luxes

es schrub christian s. in lesungen — christian s. Mi 10 Sep 2008 00:05

“ich würde mich freuen, wenn sie auch kommen würden”, sagte ich zu meinem chef, der mich grimmig anschaute. ich hatte ihm soeben mitgeteilt, dass ich schon wieder laut und vor leuten lesen werde.
“und wissen sie, worüber ich mich freuen würde?”, sagte mein chef, “ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sie endlich aufhören würden, sich auf lesungen herumzutreiben. sie wissen doch, dass ich nicht viel davon halte, wenn sie sich blamieren. das fällt alles auf das unternehmen zurück. und somit auch auf mich. und das ist das letzte, was ich will”, raunte er mich an.
“aber ich…”
“vielleicht überlegen sie es sich ja noch mal. ist ja auch noch was hin bis zum 18. oktober.”
“ich glaube nicht, dass ich es mir noch einmal überlegen werde”, murmelte ich kaum hörbar.
“was haben sie gesagt?”, fuhr mich mein chef, der anscheinend die ohren eines luxes hatte, an.
“ich meine, vielleicht überlege ich es mir ja noch mal, sir”, sagte ich und verließ in einer unterwürfigen haltung sein büro.

niemals würde ich es mir anders überlegen, schwor ich mir, während ich zornig gegen den getränkeautomaten trat, der sich mal wieder beharrlich weigerte, eine flasche wasser auszuspucken, mein geld aber gerne behielt.

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six:pack

der ist witzig (1)

es schrub christian s. in der ist witzig — christian s. Di 9 Sep 2008 00:01

ich habe mir neulich einen witz ausgedacht. und der geht so:

unterhalten sich drei ochsenfrösche.
sagt der erste ochsenfrosch: “ich hatte heute eine fliege zum frühstück. brr-oam.”
daraufhin sagt der zweite ochsenfrosch: “brr-oam. ich hatte heute zwei fliegen zum frühstück. und einen käfer. brr-oam.”
da sagt der dritte ochsenfrosch zu den beiden anderen: “brr-oam. brr-oam. ich habe heute noch gar nicht gefrühstückt.”

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der ist witzig, oder?

nur drei detektive

es schrub christian s. in die superdetektive — christian s. Mo 8 Sep 2008 00:12

“ich habe in einem preisausschreiben gewonnen”, rief jakobus, als er in die zentrale der drei detektive gestürmt kam, wo simon und ich gerade eine runde “spitz pass auf” spielten.
“bist du nicht eigentlich viel zu jung, um bei preisausschreiben mitzumachen”, fragte ich simons jüngeren bruder, nachdem er sich zu uns an den tisch gesetzt hatte.
jakobus nickte. “daher habe ich mich auch als mein bruder ausgegeben”, grinste der pfiffige kleine kerl.
auch simon grinste nun. “dann hast nicht du in dem preisausschreiben gewonnen sondern ich”, stellte er freudig überrascht fest. “klasse. ich habe noch nie etwas gewonnen.”
“was hast du denn gewonnen?”, fragte ich jakobus, ohne auf simons bemerkung einzugehen.
“ja. sag uns, was ich gewonnen habe.” simon rieb sich die hände.
“haltet euch fest, kollegen. ich habe einen schwarzen rolls royce gewonnen. inklusive chauffeur.”
“wahnsinn”, meinte simon und strahlte dabei wie das verrückte schaf gorbi aus tschernobyl anno 1986. “ich wollte schon immer mal in einem rolls royce fahren.”
“jakobus”, sagte ich feierlich und klopfte dem jüngsten der drei detektive auf die schulter, “das hast du gut gemacht. damit steht den drei detektiven ab sofort ein fahrbarer untersatz zur verfügung.”
simon wollte gerade protestieren, als völlig unerwartet das telefon klingelte.
“heute muss wirklich unser glückstag sein”, meinte ich und nahm dieses mal ohne zu zögern und noch bevor simon mich aufhalten konnte den hörer ab. “ja, hier die drei detektive. was können wir für sie tun?”
“drei detektive?”, hörte ich eine frauenstimme am anderen ende der leitung sagen. “spreche ich nicht mit herrn katschmarek?”
“nein, hier gibt es keinen herrn katschmarek. nur drei detektive. wir übernehmen jeden fall”, erklärte ich der frau.
“ist da denn nicht das städtische krematorium?”, fragte sie.
“äh, nein tut mir leid. da müssen sie sich wohl verwählt haben”, sagte ich und verabschiedete mich höflich, nachdem die frau schon längst aufgelegt hatte.
“aber immerhin haben wir jetzt einen fahrbaren untersatz”, stellte ich noch einmal fest, um das positive des heutigen tages hervorzuheben. “kollegen, ich würde sagen, mit den drei detektiven geht es steil bergauf.”

in einem freudenhaus gearbeitet

es schrub christian s. in simons neue freundin — christian s. Fr 5 Sep 2008 00:07

“hattest du schon mal eine freundin, die in einem freudenhaus gearbeitet hat?”, wollte simon von mir wissen und schaute bedrückt zu boden, als hätte er mir gerade gebeichtet, dass er selber in einem freudenhaus arbeitet, und sich nun vor mir schämte.
“in einem… freudenhaus?”, fragte ich, da ich hoffte, mich einfach nur verhört zu haben.
simon nickte verlegen. “magdalena arbeitet dort, um sich ihr studium zu finanzieren”, erklärte er. “und um sich und ihre acht kinder irgendwie durchzubringen.”
“acht kinder?”, fragte ich, da ich hoffte, mich einfach nur verhört zu haben.
“acht kinder”, wiederholte simon. “von acht verschiedenen vätern.”
“acht verschiedene väter?”, fragte ich, da ich hoffte, mich einfach nur verhört zu haben.
simon nickte. “die versucht sie auch, irgendwie durchzubringen”, sagte mein freund, und ich hoffte, mich einfach nur verhört zu haben.
“simon, ich will ehrlich zu dir sein”, sagte ich, nachdem ich die hoffnung, mich einfach nur verhört zu haben, aufgegeben hatte. “ich befürchte, magdalena ist nichts für dich.”
simon starrte mich eine weile ausdruckslos an, bevor er schließlich sagte: “ich befürchte, da hast du recht.”

mit der apparatur auf stevens kopf

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mi 3 Sep 2008 00:15

als ich steven seagal in seiner kleinen hütte im westerwald besuchte, hatte ich eine maschine dabei, die eigentlich konstruiert worden war, um emotionen von hunden für menschen verständlich zu machen. da ich wusste, wie sehr es steven bedrückte, seinen gefühlen nicht über die gesichtsmimik ausdruck verleihen zu können, hatte ich vor, ihm diese maschine zu schenken. denn was bei hunden klappt, das sollte doch auch bei steven seagal funktionieren…

“steven, das ist für dich”, sagte ich feierlich und überreichte dem ebenso beliebten wie großartigen darsteller zahlreicher actionfilme mein geschenk. obwohl steven das paket mit ausdrucksloser miene entgegennahm, war ich mir sicher, dass er sich sehr darüber freute.
“danke”, sagte er und schüttelte das paket an seinem ohr, um zu hören, was sich in diesem befand.
“oh, das solltest du besser nicht machen”, riet ich ihm, “geht sonst kaputt.”
steven hörte auf zu schütteln.
“was ist das?”, fragte er, als er die maschine ausgepackt hatte und in seinen klobigen händen hielt.
“eine maschine”, sagte ich und lächelte den kampfkoloss freundlich an. “sie wird dir helfen, anderen menschen deine gefühle verständlich zu machen.” dass die maschine ursprünglich für hunde entwickelt worden war, verschwieg ich ihm vorsichtshalber.
“wirklich?”, fragte steven mit ausdruckslosem gesicht.
ich nickte, nahm ihm die maschine aus der hand und setzte sie ihm auf den kopf. nachdem ich sie justiert hatte, schaltete ich die maschine ein.
“freu dich mal”, sagte ich und blickte gespannt auf den kleinen monitor, der über zahlreiche kabel mit der apparatur auf stevens kopf verbunden war. nichts passierte. “hast du dich schon gefreut?”, fragte ich, als nach einer minute immer noch nichts auf dem monitor zu sehen war.
“ja, drei mal”, meinte steven.
“hm, okay. dann ärger dich doch jetzt mal bitte”, forderte ich steven seagal auf.
steven gab wütende geräusche von sich, während sein gesicht jedoch unverändert blieb. auch der monitor zeigte nicht die geringste veränderung an.
“verdammt, bei hunden funktioniert es doch auch”, dachte ich lauter als beabsichtigt.
“bei hunden?”, fragte steven.
“ähm… nein. ich meine, ja. die maschine ist eigentlich für… hunde”, gab ich zu und ging sicherheitshalber einen schritt zurück, da ich in seinem gesicht nicht ablesen konnte, was er gerade dachte. es war nicht auszuschließen, dass er in diesem moment ziemlich wütend war.
“und bei hunden funktioniert die maschine?”, sagte steven schließlich nach einer weile.
ich nickte. “einwandfrei.”
“schade”, meinte steven nur, nahm sich die maschine vom kopf und legte sie auf den tisch. “hast du einen hund?”, fragte er mich unvermittelt.
“ich… äh, nein. ich habe einen hamster.”
“vielleicht funktioniert sie ja bei ihm”, sagte steven, und ich glaubte, für den bruchteil einer sekunde ein lächeln in seinem gesicht erkannt zu haben.

phodopus sungorus (64)

es schrub christian s. in phodopus sungorus — christian s. Di 2 Sep 2008 00:04

“hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?”
“ich lese.”
“ah, und was liest du?”
“ich lese gerade, dass man in vietnam 30 millionen dong strafe zahlen muss, wenn man einen hamster besitzt.”
“da bin ich ja froh, dass wir nicht in vietnam leben.”
“soll das heißen, dass ich dir keine 30 millionen dong wert bin?”
“nun ja… 30 millionen dong sind eine menge geld. glaube ich.”
“also du wärst mir die 30 millionen dong wert.”
“das sagt sich so leicht, wenn man gar kein geld hat.”
“wer sagt denn, dass ich kein geld habe?”
“du hast geld?”
“was, ich? nein, natürlich nicht. ich bin ein hamster.”

solche frauen gibt es nicht

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 1 Sep 2008 00:02

“ein pharmakonzern hat ein mittel gegen den vorzeitigen orgasmus bei frauen entwickelt”, erzählte mir simon. wahrscheinlich hatte er das in einem infotainmentmagazin gesehen.
“ich befürchte, da haben die ihre forschung in die komplett falsche richtung getrieben”, zweifelte ich an der sinnhaftigkeit solch eines mittels. “oder kannst du mir auch nur eine frau nennen, die jemals zu früh gekommen ist?”
simon musste nicht lange überlegen. “nein”, sagte er, “solche frauen gibt es nicht.”
ich nickte zustimmend. ich selber hatte zwar schon des öfteren mit frauen zu tun, die überhaupt nicht gekommen – und dann ziemlich schnell wieder gegangen – waren, aber zu früh war eigentlich noch nie eine gekommen. im gegensatz zu…
“ob es wohl auch ein mittel gegen den vorzeitigen samenerguss bei männern gibt?”, fragte ich so beiläufig, als würde es mich in wirklichkeit gar nicht interessieren.
“woher soll ich das wissen?”, meinte simon, bemerkte, wie ich mich verlegen am ohr kratzte, und grinste mich blöde an. “wieso fragst du? kennst du etwa jemanden, der so ein mittel braucht?”, fragte er mich unschuldig.
“ich… äh, nein”, log ich und schüttelte dabei so heftig den kopf, dass simon mir einfach glauben musste (was er allerdings – wie ich seinem dauergrinsen entnehmen konnte – wohl eher nicht tat).

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.