Home
Home

der eingeschnappte vogt

es schrub christian s. in sehr geehrter fragensteller — christian s. Mo 27 Apr 2009 17:18

was hat wilhelm tell seinem sohn vom kopf geschossen?

sehr geehrter fragensteller. aus einigen überlieferungen geht hervor, dass wilhelm tell seinem sohn walter einen apfel vom kopf geschossen haben soll. das allerdings ist in zweierlei hinsicht völlig falsch.

als wilhelm tell sich weigerte, den hut des landvogts zu grüßen, war der kleine walter noch gar nicht geboren. also forderte der eingeschnappte vogt – alles in allem ein ziemlich übelgelaunter zeitgenosse – wilhelm tell dazu auf, seinem großvater, den wilhelm gerade ins heim für sehr, sehr alte menschen, die keiner mehr haben möchte bringen wollte, einen apfel vom kopf zu schießen. da allerdings weder der vogt noch wilhelm einen apfel dabei hatten und auf die schnelle auch keiner aufzutreiben war, musste kurzerhand eine gans herhalten, die gerade den weg entlang humpelte, irgendwie ziemlich krank wirkte und sich nicht einmal wehrte, als wilhelm sie seinem großvater auf den kopf setzte.
keine dreißig sekunden später war die gans von einem pfeil durchbohrt und hockte tot auf dem kopf des großvaters, der von alledem nichts mitbekam. da der vogt vergessen hatte zu sagen, aus welcher entfernung wilhelm schießen sollte, hatte dieser – pfiffig wie er war – aus nicht einmal zwei meter entfernung seinen pfeil abgefeuert. auf die kurze distanz konnte selbst wilhelm, der – anders als oftmals überliefert – ein hundsmiserabler schütze war, das ziel gar nicht verfehlen. zum glück für den großvater.
(zum pech für den großvater hatte sich dieser bei der gans mit gänsefüßchen angesteckt und verstarb nur wenige tage später an juckenden füßen.)

18 Kommentare »

  1. Kommentar von Erdge Schoss — 27. April 2009 at 17:34

    Ente gut, alles gut, werter Herr Grob.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  2. Kommentar von ueberbelichtet — 27. April 2009 at 18:25

    Und auf so eine Geschichte sind die Schweizer Eidgenossen so stolz? Ich meine sie ist sehr schön geschrieben, lieber Herr Grob, ohne Zweifel, aber sie handelt immerhin von einer kranken Gans, einem senilen Rentner und einem unfähigen Schützen. Die Schweizer sind schon ein komisches Völkchen…

  3. Kommentar von christian s. — 27. April 2009 at 18:47

    uh, das haben sie jetzt gesagt. ich habe nur geschrieben, wie es damals wirklich war.

    @herr schoss – enten sind immer gut, werter herr schoss. und schmecken fabelhaft.

  4. Kommentar von Die DiVa — 27. April 2009 at 19:23

    War die Gans, werter Herr grob, rotbäckig, kugelrund und hatte einen Stil auf dem Kopf? Oder sind die überlieferten Bilder auch alle manipuliert?

    Herzlichst und verwirrt

    Ihre DiVa

  5. Kommentar von Kaal — 27. April 2009 at 19:42

    Hat er überhaupt auf die Gans gezielt, Herr Grob? Oder doch eher auf den Vogt?

  6. Kommentar von PropheT — 27. April 2009 at 19:43

    Da hat der Willi aber mit Kanonen auf Gänse geschossen. Und auf Großväter.

  7. Kommentar von christian s. — 27. April 2009 at 19:56

    wahrscheinlich kommt daher auch das sprichwort.

    @kaal – ich denke, er hat auf den opa gezielt. den wollte er ja ohnehin loswerden.

    @diediva – ich habe die bilder jetzt leider nicht vor augen. aber wahrscheinlich basieren sie auf den falschen überlieferungen, das kann schon sein.

  8. Kommentar von Johanna — 27. April 2009 at 20:57

    Es ist doch wirklich unerhöhte, wo und in welchem Umfang immer wieder schamlose Geschichtsfälschung betrieben wird. Danke, dass sie diesen endlich aufgeklärt haben, Herr Grob!

  9. Kommentar von christian s. — 27. April 2009 at 23:41

    gerne. auch wenn es mich sehr viel zeit und geld gekostet hat. geld, für das ich mir eigentlich einen neuen penisköcher kaufen wollte.

  10. Kommentar von juf — 28. April 2009 at 06:42

    ich habe mal irgendwo gelesen, dass es kot war, was der werte mensch auf dem Kopf trug. aber ich kann mich auch verlesen haben. denn was mich irritierte: in dem artikel ging es um piraterie vor somalia und der schwenk zu kot auf dem kopf von schweizern schien mir etwas gewagt

  11. Kommentar von Maak — 28. April 2009 at 08:09

    also ich kenne die geschichte anders. hatte wilhelm nicht seiner frau mit der make-up-shotgun die schminke ins gesicht geballert?

  12. Kommentar von christian s. — 28. April 2009 at 10:56

    das war friedhelm, nicht wilhelm. verwechsel ich aber auch häufig.

    @juf – es ist gemeinhin bekannt, dass piraten – gerade die vor somalia – kot auf dem kopf tragen, aber nur selten augenklappen.

  13. Kommentar von Herr Schmidt — 28. April 2009 at 13:02

    Gans schön traurige Geschichte, werter Herr Grob!

  14. Kommentar von christian s. — 28. April 2009 at 13:21

    ich möchte mal behaupten, alle geschichten, in denen eine gans vorkommt sind traurig. oder kennen sie eine lustige? (außer gans im glück.)

  15. Kommentar von MC Winkel — 28. April 2009 at 16:32

    Das hätte mit Semikolen (=plural Semikolon, bin mir aber nicht sicher) nicht geklappt, Herr grob!

  16. Kommentar von Ronnie — 28. April 2009 at 21:25

    “Gans im Glück” hieß doch das Märchen, oder?

  17. Kommentar von Johanna — 29. April 2009 at 10:42

    Was ist mit dem alten passiert?

  18. Kommentar von christian s. — 29. April 2009 at 11:13

    der sieht mittlerweile ziemlich mitgenommen aus.

    @ronnie – ja. nicht zu verwechseln mit “gänsel und gretel”.

    @mc winkel – da wäre ich mir nicht so sicher.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.