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anders als der kleine frosch

es schrub christian s. in heiliger bimbam — christian s. Mo 16 Nov 2009 15:11

als ich letzte woche durch die stadt spazierte, wurde ich von einem fernsehteam angesprochen. eine frau mit mikrofon und blonden haaren wollte von mir wissen, was ich denn vor zwanzig jahren, an dem tag, als die mauer fiel, so gemacht habe.
“oh, das weiß ich noch ganz genau”, meinte ich und lächelte charmant, denn der mann, der neben der blonden frau stand, hatte seine kamera auf mich gerichtet. “ich habe ein gedicht geschrieben”, sagte ich in die kamera, “das vielleicht schönste gedicht, das ich je verfasst habe. und das ging so:
hasen tanzten um die wette,
tanzten wild und tanzten lang.
kam ein kleiner frosch vorbei,
hüpfte, sprang und sang
ein lied.
doch die hase wurden müde,
anders als der kleine frosch.
der sang weiter, lauter, sch…

“das ist wirklich ein sehr schönes gedicht”, unterbrach mich die frau mit dem mikrofon, gab ihrem kameramann ein kurzes zeichen, drehte sich um und sprach einen anderen passanten an, während mich das seltsame gefühl beschlich, dass ihr mein gedicht vielleicht doch nicht gefallen hatte.
egal, dachte ich. so würde sie auch nicht erfahren, dass ich, nachdem ich das gedicht fertig geschrieben hatte, spontan nach berlin gefahren war, um dort in meiner schwarzen lederjacke mit den tausend lämpchen für alle deutschen “looking for freedom” zu singen, was alles in allem ziemlich gut ankam.

7 Kommentare »

  1. Kommentar von Erdge Schoss — 16. November 2009 at 15:46

    Dann waren das, werter Herr Grob, also Sie mit der Napoleon-Sarkozy-Maske.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  2. Kommentar von Pssst! — 16. November 2009 at 17:01

    und heute laufen sie mit nem t-shirt rum, das die aufschrift “betty ford klinik” trägt? hätte die blonde dame sie nur zu ende rezitieren lassen. dann hätte es ein gutes ende genommen. böstümmt!

  3. Kommentar von GZi — 16. November 2009 at 17:27

    manchmal muss man/frau eben abwarten können, um das Wesentliche zu erfahren…

  4. Kommentar von WeltdesWissens — 17. November 2009 at 00:22

    Scheiss auf den Gesang, das Gedicht ist Oberliga, Weltklasse, einzigartig!

  5. Kommentar von Maak — 17. November 2009 at 08:58

    werden wir das ende des gedichtes je erfahren? diese ungewissheit wie es ausgehen mag macht mich ganz nervös.

  6. Kommentar von PropheT — 17. November 2009 at 15:19

    und ich wundere mich schon seit jahren, wieso ihre freunde sie “the hoff” nennen, herr grob!

  7. Kommentar von christian s. — 19. November 2009 at 11:29

    nun ist es endlich raus.

    @maak – mal schauen. nur so viel sei schon mal gesagt: das ende ist ziemlich gut. und überraschend.

    @weltdeswissens – früher nannten sie mich auch reimemeister.

    @gzi – das stimmt. auch wenn’s schwer fällt.

    @pssst! – ach, cih will mich nicht beschweren.

    @herr schoss – nein. das war simon.

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"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.