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das pfeifende schwein

es schrub christian s. in die superdetektive — christian s. Mo 3 Nov 2008 00:02

“mein nachbar … mein nachbar meinte eben zu mir, dass er glaubt, sein schwein pfeift la paloma”, keuchte simon aufgeregt, als er in die zentrale der superdetektive gestürmt kam.
“und?”, fragte ich nur, da mich das jetzt nicht wirklich vom hocker haute.
“mein bruder denkt bestimmt, dass das unser erster fall sein könnte”, meinte jakobus, der neben mir saß und mit seinen buntstiften ein bild für den kunstunterricht malte.
simon nickte zustimmend. “ich habe schon die schlagzeile vor augen: die drei fragezeichen und das pfeifende schwein.”
“dein nachbar hat noch nicht einmal ein schwein”, warf jakobus ein, doch simon dachte nicht einmal daran, sich in seiner euphorie bremsen zu lassen. “das macht die sache nur noch mysteriöser, als sie ohnehin schon ist”, sagte er unbeirrt und schaute mich erwartungsvoll an.
“hm, okay”, meinte ich schließlich, nachdem ich einige augenblicke darüber nachgedacht hatte. “bevor wir hier tag ein tag aus nur rumsitzen, bilder malen oder uns witze ausdenken”, ich hatte mir kurz zuvor einen wirklich saukomischen witz ausgedacht, “können wir auch der sache mit dem pfeifenden schwein nachgehen. simon und ich werden mal mit dem mann, der glaubt, sein schwein pfeift la paloma, sprechen, und du, jakobus, gehst derweil in die bücherei und schaust mal, ob du was über pfeifende schweine rausfinden kannst.”
“kann ich nicht einfach im internet nachschauen?”, fragte jakobus, der sich anscheinend immer noch nicht damit hatte anfreunden können, für recherche und archiv zuständig zu sein, mürrisch.
“wenn du meinst, dass du da eher was findest, nur zu”, sagte ich und begann, simon, der schon voraus geeilt war, hinterher zu laufen.

vergessen wir die sache

es schrub christian s. in die superdetektive — christian s. Mo 6 Okt 2008 00:01

nachdem simon aus topolobampo zurückgekehrt war – gut gelaunt und erholt, wie es schien – war ich kurz davor, unsere detektei aufzulösen. das war gestern morgen, als simon, sein kleiner bruder jakobus und ich uns in unserer zentrale trafen, wo ich simon wegen der falschgeldsache und ihrer folgen eine deftige standpauke hielt und ihn einen “nach rosenkohl müffelnden vollpfosten” nannte, obwohl er nicht einmal entfernt nach rosenkohl roch.
“selber”, war simons einzige, ziemlich trotzige reaktion, was mich nur noch wütender machte. ich zerquetschte einen leeren plastikbecher mit der bloßen hand und guckte grimmig.
“nun beruhigt euch doch bitte wieder. ihr seid doch erwachsene menschen”, sagte jakobus, der einzige nicht-erwachsene der drei superdetektive.
“ich bin doch ruhig”, meinte simon, der die ganze aufregung um das falschgeld ohnehin nicht recht verstand und sich keiner schuld bewusst war, während ich innerlich kochte. weißer rauch begann aus meinen ohren aufzusteigen, wie es sonst nur in zeichentrickfilmen zu sehen ist.
“simon tut es leid, dass er dich in solch eine missliche situation gebracht hat”, sagte jakobus.
“tut es ihm gar nicht”, zischte ich.
“doch, ich bin mir sicher, dass es ihm leid tut.” jakobus blickte seinen bruder eindringlich an. “nicht wahr, simon?” es dauerte eine weile, bis dieser reagierte.
“ähm, doch … natürlich. es … es tut mir … äh, leid”, meinte simon nur wenig überzeugend und lächelte debil. er erinnerte mich dabei an einen kleinen jungen, der in die ecke des elterlichen wohnzimmers gepinkelt hat und sich nun dafür entschuldigen muss.
“okay”, sagte ich schließlich, da ich meinem besten freund ohnehin nicht lange böse sein konnte, “vergessen wir die sache.”
“heißt das, wir lösen die detektei nicht auf?”, fragte simon unsicher, und ich sagte: “bevor wir unseren ersten fall gelöst haben? nie im leben.”

nur drei detektive

es schrub christian s. in die superdetektive — christian s. Mo 8 Sep 2008 00:12

“ich habe in einem preisausschreiben gewonnen”, rief jakobus, als er in die zentrale der drei detektive gestürmt kam, wo simon und ich gerade eine runde “spitz pass auf” spielten.
“bist du nicht eigentlich viel zu jung, um bei preisausschreiben mitzumachen”, fragte ich simons jüngeren bruder, nachdem er sich zu uns an den tisch gesetzt hatte.
jakobus nickte. “daher habe ich mich auch als mein bruder ausgegeben”, grinste der pfiffige kleine kerl.
auch simon grinste nun. “dann hast nicht du in dem preisausschreiben gewonnen sondern ich”, stellte er freudig überrascht fest. “klasse. ich habe noch nie etwas gewonnen.”
“was hast du denn gewonnen?”, fragte ich jakobus, ohne auf simons bemerkung einzugehen.
“ja. sag uns, was ich gewonnen habe.” simon rieb sich die hände.
“haltet euch fest, kollegen. ich habe einen schwarzen rolls royce gewonnen. inklusive chauffeur.”
“wahnsinn”, meinte simon und strahlte dabei wie das verrückte schaf gorbi aus tschernobyl anno 1986. “ich wollte schon immer mal in einem rolls royce fahren.”
“jakobus”, sagte ich feierlich und klopfte dem jüngsten der drei detektive auf die schulter, “das hast du gut gemacht. damit steht den drei detektiven ab sofort ein fahrbarer untersatz zur verfügung.”
simon wollte gerade protestieren, als völlig unerwartet das telefon klingelte.
“heute muss wirklich unser glückstag sein”, meinte ich und nahm dieses mal ohne zu zögern und noch bevor simon mich aufhalten konnte den hörer ab. “ja, hier die drei detektive. was können wir für sie tun?”
“drei detektive?”, hörte ich eine frauenstimme am anderen ende der leitung sagen. “spreche ich nicht mit herrn katschmarek?”
“nein, hier gibt es keinen herrn katschmarek. nur drei detektive. wir übernehmen jeden fall”, erklärte ich der frau.
“ist da denn nicht das städtische krematorium?”, fragte sie.
“äh, nein tut mir leid. da müssen sie sich wohl verwählt haben”, sagte ich und verabschiedete mich höflich, nachdem die frau schon längst aufgelegt hatte.
“aber immerhin haben wir jetzt einen fahrbaren untersatz”, stellte ich noch einmal fest, um das positive des heutigen tages hervorzuheben. “kollegen, ich würde sagen, mit den drei detektiven geht es steil bergauf.”

keine sehr guten detektive

es schrub christian s. in die superdetektive — christian s. Di 26 Aug 2008 00:05

simon, sein jüngerer bruder jakobus und ich saßen gerade in dem alten wohnwagen, der auf der deponie für sondermüll stand und uns als zentrale unseres detektivbüros diente, als plötzlich das telefon klingelte.
“ich werd verrückt, unser erster fall”, freute ich mich schon, während jakobus aufhörte, mit seinen spielzeugautos zu spielen und erwartungsfroh das telefon anblickte.
“nein, warte”, hielt mich simon davon ab, den hörer von der gabel zu nehmen. “wenn du sofort ans telefon gehst, sieht es so aus, als hätten wir hier nichts zu tun”, erklärte mein freund und zweiter detektiv, während das telefon unbeirrt weiter klingelte und der ausgestopfte papagei in seinem käfig keinen mucks von sich gab. “und detektiven, die nichts zu tun haben”, fuhr simon fort, “wird oft nachgesagt, dass sie keine sehr guten detektive sind.”
“hm, wie du meinst”, murmelte ich und wartete, bis simon mir ein zeichen gab und “jetzt” sagte.
ich nahm den hörer ab.
“ja, hier die drei detektive”, meldete ich mich. “was können wir für sie tun?”
jakobus schaltete schnell den lautsprecher ein, damit meine beiden kollegen mithören konnten.
sie hörten – genau wie ich – lediglich ein freizeichen.
“hallo?”, fragte ich, bekam aber keine antwort. “verdammt, aufgelegt”, fluchte ich und schaute simon finster an. “das war ja wirklich eine hervorragende idee, zweiter detektiv.”
auch jakobus blickte seinen bruder vorwurfsvoll an, bevor er sich wieder seinen miniaturautos zuwandte und weiter spielte.
“ich… äh, werde dann mal unsere visitenkarten abholen”, sagte simon, versuchte sich vergeblich an einem lächeln und verließ schließlich die zentrale.

das wichtigste an der detektivarbeit

es schrub christian s. in die superdetektive — christian s. Mo 11 Aug 2008 00:06

“ich bin also erster detektiv”, sagte ich, “simon ist zweiter, und du, jakobus, bist für recherche und archiv zuständig.”
jakobus kräuselte die stirn. simons jüngerer bruder schien damit nicht einverstanden zu sein. “ich bin sieben jahre alt”, gab er zu bedenken, “vielleicht sollte jemand die recherche übernehmen, der etwas besser lesen kann als ich?”
simon gab seinem bruder einen leichten klapps auf den hinterkopf. “du solltest froh sein, dass wir dich überhaupt mitmachen lassen”, meinte er.
jakobus rieb sich den hinterkopf, sparte sich aber sicherheitshalber eine antwort.
“hör mal zu, jakobus. wenn du ein richtiger detektiv sein willst, so wie dein bruder und ich, dann musst du auch recherchieren können. die recherche ist nämlich das wichtigste an der detektivarbeit”, behauptete ich. “und, was meinst du? kannst du recherchieren, auch wenn du erst sieben bist?”
jakobus nickte zögerlich. “ich… ich denke schon.”
“na, prima. dann hätten wir das ja geklärt”, strahlte ich und rieb mir die hände. “jetzt brauchen wir eigentlich nur noch einen namen für unser detektivbüro.”
“wir könnten uns ‘die superdetektive’ nennen”, schlug simon vor und freute sich augenscheinlich über seinen einfall.
“äh, ja. das könnten wir”, meinte ich. “aber ich finde, der name sollte auch irgendwie die ungelösten rätsel, die wir lösen wollen, wiederspiegeln. und das… das unbekannte.”
“und vielleicht auch die unbeantworteten fragen, die wir beantworten wollen”, meinte jakobus.
simon schaute seinen bruder böse an.
“ja, du hast recht”, stimmte ich jakobus zu, wofür mich simon ebenfalls mit einem vernichtenden blick bedachte, den ich als erster detektiv aber einfach ignorierte.
“wie wäre es denn, wenn wir uns… wenn wir uns ‘die drei fragezeichen’ nennen würden?”, meinte jakobus nach einer weile. “die fragezeichen könnten dann für die ungelösten rätsel, die unbeantworteten fragen und das unbekannte stehen.”
“jakobus, das ist eine hervorragende idee”, lobte ich ihn für seinen wirklich originellen vorschlag. “dann würde ich sagen, nennen wir uns von nun an ‘die drei fragezeichen’.”
“ich finde ‘die superdetektive’ trotzdem besser”, grummelte simon trotzig vor sich hin, während jakobus seinen großen bruder von der seite angrinste und ich überlegte, ob ein alter wohnwagen nicht eine prima zentrale abgeben würde.

"wie sonderbar", sprach der mann in meinem kopf, rieb sich kurz seine nase und machte einen purzelbaum.