keine sehr guten detektive
simon, sein jüngerer bruder jakobus und ich saßen gerade in dem alten wohnwagen, der auf der deponie für sondermüll stand und uns als zentrale unseres detektivbüros diente, als plötzlich das telefon klingelte.
“ich werd verrückt, unser erster fall”, freute ich mich schon, während jakobus aufhörte, mit seinen spielzeugautos zu spielen und erwartungsfroh das telefon anblickte.
“nein, warte”, hielt mich simon davon ab, den hörer von der gabel zu nehmen. “wenn du sofort ans telefon gehst, sieht es so aus, als hätten wir hier nichts zu tun”, erklärte mein freund und zweiter detektiv, während das telefon unbeirrt weiter klingelte und der ausgestopfte papagei in seinem käfig keinen mucks von sich gab. “und detektiven, die nichts zu tun haben”, fuhr simon fort, “wird oft nachgesagt, dass sie keine sehr guten detektive sind.”
“hm, wie du meinst”, murmelte ich und wartete, bis simon mir ein zeichen gab und “jetzt” sagte.
ich nahm den hörer ab.
“ja, hier die drei detektive”, meldete ich mich. “was können wir für sie tun?”
jakobus schaltete schnell den lautsprecher ein, damit meine beiden kollegen mithören konnten.
sie hörten – genau wie ich – lediglich ein freizeichen.
“hallo?”, fragte ich, bekam aber keine antwort. “verdammt, aufgelegt”, fluchte ich und schaute simon finster an. “das war ja wirklich eine hervorragende idee, zweiter detektiv.”
auch jakobus blickte seinen bruder vorwurfsvoll an, bevor er sich wieder seinen miniaturautos zuwandte und weiter spielte.
“ich… äh, werde dann mal unsere visitenkarten abholen”, sagte simon, versuchte sich vergeblich an einem lächeln und verließ schließlich die zentrale.



Kommentar von Johanna — 26. August 2008 at 08:09
Und dabei hätte ich gestern so dringend die Hilfe der drei gebraucht, aber nach dem 26 1/2. Klingeln, dachte ich einfach es wäre niemand da. Nun musste ich selbst herausfinden, dass der Ochsenfrosch auf meinem Kopfkissen nur eine täuschend echte 3-D-Projektion war.
Kommentar von Man in Metropolis — 26. August 2008 at 08:29
Vielleicht gute Detektive… aber dafür erhebliche Defizite im Bereich Strategie und Taktik.
Kommentar von JamesdK — 26. August 2008 at 09:21
jetzt frag ich mich doch, wie der telefonanbieter die berühnte letzte meile auf der sondermülldeponie überbrückt hat …
Kommentar von Scheibster — 26. August 2008 at 11:21
Das wrid noch ein langer Weg, vor allem, wenn die Detektive sich einen toten Papagei verkaufen lassen und sich noch nicht einmal mit einem herzhaften “This is an ex-parrot!” beim Verkäufer beschweren. Tsk.
Kommentar von MC Winkel — 26. August 2008 at 11:30
Mein Tip: Matulas Lederkutte gibt’s gerade bei ebay!
Kommentar von christian s. — 26. August 2008 at 11:40
inkl. matula?
@scheibster – ein lebender war uns erstmal zu teuer. (aber abgesehen davon ist das einer meiner liebtsen sketche.)
@jamesdk – du warst wohl schon länger nicht mehr auf einer sondermülldeponie. die sind mittlerweile erstklassig ausgestattet.
@man in metropolis – wir arbeiten dran.
@johanna – wir hätten das bestimmt schneller rausgefunden. warum sind sie auch nur so ungeduldig?
Kommentar von Herr Schmidt — 26. August 2008 at 14:39
In Wahrheit hat Simon von seinem Handy aus angerufen und dann, als Sie, werter Herr Grob, dran gegangen sind, aufgelegt. Schmeißen Sie ihn raus! Der ist nicht gut für’s Geschäft. Nehmen Sie lieber…ähm…mich! ^^
Kommentar von christian s. — 26. August 2008 at 14:48
simon hat die yps-detektiv-brille, werter herr schmidt. und sie?
(außerdem sprechen sie doch schon den jakobus in unserer großen hörspiel/podcast-umsetzung.)
Kommentar von Alfred Hitchcock — 26. August 2008 at 16:34
Liebe Freunde,
solltet Ihr noch einmal nicht dran gehen, wenn ich anrufe, werde ich die Memme Peter….ähm….Simon von meinem alten Saufkumpanen, der am Fenster zum Hof wohnt, schlachten lassen!
Es gibt das Rätsel meines Hosenadamantiums zu klären…
Es grüßt freundlichst
Mr. Hitchcock
Kommentar von Erdge Schoss — 26. August 2008 at 18:38
Schilder, werter Herr Grob, auf welchen “radioaktiv” oder so etwas in der Art
drauf steht, gibt es auf Ihrem Parkplatz aber nicht, oder?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Kommentar von christian s. — 26. August 2008 at 19:05
doch, klaro. ist doch eine sondermülldeponie. hier gibt es diese schilder, ebenso wie tümpel mit neongrünem wasser und maulwürfen mit zwei (bis drei) köpfen.
@herr hitchcock – die lösung des rätsels lautet: das fliegende wildschwein trinkt keinen honig von blaukopfkühen. meint zumindest jakobus.
Kommentar von weltdeswissens — 26. August 2008 at 23:44
Welchen der drei Geheimausgänge hat Simon genommen?
Und was sagen Onkel Festus und Tante (Name vergessen, aber die mit dem losen Ehering nach er Diät)?
Kommentar von weltdeswissens — 26. August 2008 at 23:46
Tante Tusnelda meinte ich!
Kommentar von christian s. — 27. August 2008 at 00:22
sie meinen onkel titus und tante mathilda? die wissen noch gar nicht, dass wir die drei detektive sind.
Kommentar von Alfred Hitchcock — 27. August 2008 at 14:30
Hochachtung vor dem kleinen Racker!
Ich hätte nicht gedacht, dass er so schnell drauf kommt!
Welcher meiner Kühe ist der Maulwurf?
Bis zum nächsten mal meine Freunde!
sincerely
Mr. Hitchcock
Kommentar von weltdeswissens — 27. August 2008 at 22:06
Herr Hitchcock, Sie müssen jetzt tapfer sein. Sie sind es, und ein toter Maulwurf außerdem!
Pingback von tod eines zu mittag speisenden » nur drei detektive — 8. September 2008 at 00:12
[...] glückstag sein”, meinte ich und nahm dieses mal ohne zu zögern und noch bevor simon mich aufhalten konnte den hörer ab. “ja, hier die drei detektive. was können wir für sie tun?” [...]